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Wirksamkeit der Lebensmittel-Ampel in Studie bestätigt

Die Nährwertkennzeichnung durch Ampelfarben, die den Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz im Lebensmittel symbolisieren, ist ein umstrittenes Thema. Hilft die „Ampel“ Verbrauchern dabei, sich beim Einkauf für eine gesündere Ernährungsweise zu entscheiden, oder verunsichert sie die Käufer nur und verhindert gar eine richtige Einschätzung des Nährwerts von Lebensmitteln?

Forscher der Universität Bonn sind nun zu dem Schluss gekommen, dass die Ampelkennzeichnung besser helfen würde, sehr süßen, salzigen oder fettigen Lebensmitteln zu widerstehen als die gängige Art der Kennzeichnung in Gramm pro Portion und Prozent der Referenzmengen für einen durchschnittlichen Erwachsenen.

Dazu haben die Wissenschaftler im Hirnscanner die Wirkung der Ampelsignale rot-gelb-grün auf Kaufentscheidungen ihrer Probanden beobachtet. Die Teilnehmer der Studie bekamen unterschiedlichste Produkte mit deren Nährwertkennzeichnung gezeigt – mit Gramm- und Prozentzahlen oder über die Ampelkennzeichnung – und mussten virtuell „einkaufen“.

Dabei stellten die Forscher fest, dass die Probanden bei einem günstigen Nährwertverhältnis bereit waren, mehr Geld für ein Produkt zu bezahlen. Der Effekt war ausgeprägter, wenn dies durch die grüne Ampel signalisiert wurde, als bei einer Darstellung der Nährwerte auf herkömmliche Weise. Bei einer roten Ampel sank die Kaufbereitschaft dagegen stärker als bei der üblichen Nährwertdarstellung.

Zuständig für diese Reaktionen sind nach Aussage der Studie die Aktivitäten der unterschiedlichen Hirnregionen. So aktiviere eine rote Ampel eine Struktur in der linken unteren Stirnwindung, der Funktionen der Selbstkontrolle zugeschrieben werden. Diese Aktivität beeinflusse wiederum einen Bereich, der die Kaufbereitschaft über das Belohnungssystem anspreche und dafür sorge, dass die Probanden weniger bezahlen wollten.

Die Ampelkennzeichnung, so die Autoren der Studie, könne besser als die herkömmliche Darstellung der Nährwerte Verbrauchern helfen, ungesunden Lebensmitteln zu widerstehen. Wahrscheinlich sorge sie dafür, die Gesundheitsaspekte stärker bei der Kaufentscheidung zu berücksichtigen.

Die Verbraucherzentralen setzen sich seit Jahren für die Ampelkennzeichnung ein. Leider ist es trotzdem nicht gelungen, die Nährwertampel in der Lebensmittelinformationsverordnung zu verankern. Sie ist nach dieser EU-Verordnung zwar unter bestimmten Bedingungen auf freiwilliger Basis möglich, aber nicht verpflichtend.

Quelle: Presseinformation der Universität Bonn vom 09.03.2015

Letzte Änderung 
17. März 2015
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