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Werbung mit Tierwohl für Verbraucher oft unverständlich

Hühner
Hühner © DenisProduction - Fotolia.com

Immer mehr Hersteller und Händler bewerben ihre Fleischprodukte mit Angaben zu artgerechter Haltung oder Tierwohl. Doch viele Verbraucher verstehen die Aussagen falsch. Sie vermuten, dass das so beworbene Fleisch aus artgerechter Tierhaltung stammt, selbst wenn klare Kriterien fehlen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Befragung der Verbraucherzentralen von rund 1.000 Erwachsenen.  

Viele Slogans, wenige Informationen

Slogan zum Tierwohl
© Verbraucherzentrale Hessen

Etwa die Hälfte der Befragten erwartet, dass beispielsweise die Fleischprodukte, die ein Discounter mit dem Slogan „Herzenssache Geflügel … aus artgerechterer Haltung/Initiative Tierwohl“ bewirbt, auch aus artgerechterer Tierhaltung stammen. Tatsächlich erfüllen die beworbenen Fleischprodukte kaum mehr als die gesetzlichen Mindestanforderungen. Ähnliche Erwartung haben die Befragten an Produkte, die mit vergleichbaren Aussagen werben („Für mehr Tierwohl“), aber tatsächlich aus nachvollziehbar artgerechter Tierhaltung stammen. Offenbar könnten Verbraucher aussagekräftige Informationen nicht aus der Masse an Werbebotschaften herausfiltern, so die Kritik der Verbraucherzentralen.

Gesetzliches Tierwohlsiegel gefordert

Im Jahr 2018 haben mehrere Handelsketten eine viertstufige Haltungskennzeichnung für Frischfleisch von Schweinen, Rindern und Geflügel eingeführt. Die Umfrage zeigt allerdings, dass diese Klassifizierung bei Verbrauchern bislang weitgehend unbekannt ist. Für dieses Jahr hat der Handel angekündigt, die Tierwohl-Kennzeichnung weiter zu vereinheitlichen. Die Verbraucherzentralen begrüßen diese Pläne, fordern aber weiterhin eine verpflichtende mehrstufige staatliche Tierwohlkennzeichnung. Die Kriterien für diese Tierwohlkennzeichnung sollten dann deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard liegen.

Quelle: „Tierwohl-Werbung wird oft falsch verstanden“, Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hessen vom 07.02.2019

Letzte Änderung 
8. Februar 2019
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.