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Vzbv-Studie zu Verpackungen: Drei Millionen Mülltonnen weniger möglich

Mülltonnen in einer Reihe
© timhester 123rf.com

Durch überdimensionierte Verpackungen und nicht notwendige Zusatzverpackungen entsteht viel vermeidbarer Abfall. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.

Häufig sind Verpackungen größer als für den Inhalt erforderlich wäre. In eine Verpackung mit drei Hamburger-Pattys würde beispielsweise leicht noch mindestens ein weiteres passen, eine Packung mit Süßwaren ist nur zu etwa zwei Dritteln befüllt. Oder das Produkt enthält eine zusätzliche Verpackung, zum Beispiel steckt die Zahnpasta-Tube in einer Umverpackung aus Pappe. In diesen Fällen könnte Verpackungsmaterial eingespart werden.

Die Studie untersuchte Verpackungen von bestimmten Lebensmittelgruppen wie Süßwaren, Müsli und Tee, aber auch Kosmetik und Wasch- und Reinigungsmittel.

Die Ergebnisse zeigen, dass insgesamt in den untersuchten Produktgruppen 23.180 Tonnen Verpackungsmaterial jährlich eingespart werden könnten: Auf die Zusatzverpackungen entfallen 18.600 Tonnen, die überdimensionierten Verpackungen verursachen weitere 4.500 Tonnen unnötigen Müll.

Ärgernis Mogelpackungen

Bei den überdimensionierten Verpackungen ist das Einsparpotenzial bei Frühstückscerealien und Süßwaren am größten. Solche „Mogelpackungen“ ärgern Verbraucherinnen und Verbraucher regelmäßig, denn sie täuschen mehr Inhalt vor, als tatsächlich vorhanden ist.

Rechtlich liegt meist erst dann eine Mogelpackung vor, wenn 30 Prozent weniger Ware in der Verpackung steckt als hineinpassen würde. Anbieter führen oft technische Gründe an, um die Luft in ihren Verpackungen zu rechtfertigen. Die Studie ermittelte aber zum Teil einen zusätzlichen leeren „Kopfraum“, der nicht abfüllbedingt und daher nicht notwendig war. Nur dieser ging in die Berechnung der überdimensionierten Verpackungen ein. Im Vergleich unterschiedlicher Lebensmittel desselben Segmentes zeigte sich Einsparpotential von bis zu knapp 20 Prozent, bei Kosmetik sogar bis 27 Prozent.

Überflüssige Zusatzverpackungen

Bei zusätzlichen Verpackungen ist das Einsparpotenzial noch größer. Sie sind weder für den Produktschutz noch für eine Informationsfunktion notwendig. Durch die Produktpräsentation muten die Produkte mit Zusatzverpackung hochwertiger an, obwohl das nicht zutreffen muss. Die unnötigen Schachteln und Banderolen landen vor der Verwendung der Produkte meist direkt im Abfall.

Weniger Verpackungen und mehr Kreislauf

Solche Ressourcenverschwendungen sind aus Sicht des vzbv nicht zu akzeptieren. Der Verband fordert ein Verbot von unnötigen Zusatzverpackungen und strengere verbraucherfreundliche Auslegung von Mogelpackungen. In seinem aktuellen Positionspapier „Systemwechsel: Weniger Verpackungen und mehr Kreislauf“ schlägt der vzbv notwendige Maßnahmen zur Regulierungen vor, die die nächste Bundesregierung zeitnah angehen soll.

Die Studie im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands führten das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) in Mainz durch.

Quelle: Drei Millionen Mülltonnen weniger möglich. vzbv-Studie: Strengere Regeln für Mogelpackungen könnten Verpackungen um bis zu 27 Prozent schrumpfen lassen. Pressemitteilung vom 13.9.2021.

 

Letzte Änderung 
16. September 2021
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.