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Viele Zusatzstoffe in veganen „Joghurtalternativen“

Pflanzliche "Joghurtalternativen"
Pflanzliche "Joghurtalternativen" © atlasfoto - 123rf.com

Ob aus Gesundheits- oder Tierschutzgründen: Vegane Milchersatzprodukte liegen im Trend. Neben pflanzlichen, milchähnlichen Drinks wie Hafer- oder Sojadrink sind auch fermentierte, joghurtähnliche Produkte beliebt. Die Verbraucherzentrale Bremen hat 21 pflanzliche „Joghurtalternativen“ unter die Lupe genommen und sie auf Inhaltsstoffe und Kennzeichnung überprüft.

Ersatzprodukte dürfen nicht „Joghurt“ heißen

Beim Produktnamen der veganen Ersatzprodukte werden manche Hersteller erfinderisch: Da die Bezeichnungen der gängigsten Milchprodukte rechtlich geschützt sind, dürfen Begriffe wie „Milch“ oder „Joghurt“ weder im Produktnamen noch in der Bezeichnung erscheinen. Als Produktname sind beispielsweise Wortkreationen wie „Sojaghurt“ oder „Cashewghurt“ zu finden. Die Bezeichnung muss das Produkt beschreiben und lautet beispielsweise „Fermentiertes Sojaerzeugnis“. Da die Produkte aber im Geschmack sowie der Verwendung dem Milchprodukt ähneln sollen, ist die Aufmachung meist stark an die von Joghurt angelehnt.  

Basis sind häufig fermentierte Sojabohnen

Basis der pflanzlichen Alternativen zu Joghurt sind häufig fermentierte Sojabohnen. 13 der getesteten Produkte sind auf der Basis der Hülsenfrucht hergestellt, allerdings werben Anbieter selten damit. Jeweils drei Produkte sind kokos- oder cashewbasiert. Bei jeweils einem Erzeugnis ist die Basis Mandel beziehungsweise Lupinen. Wenig verbraucherfreundlich: Bei einigen Ersatzprodukten erfahren Verbraucher erst auf der Rückseite, dass die Produkte vegan sind.

Kaum ein Ersatzprodukt kommt ohne Zusatzstoffe aus

Ein Blick in die Zutatenliste lohnt sich ohnehin: Während zwei Produkte auf Sojabasis ausschließlich Wasser, Soja und Joghurtkulturen enthalten, ist die Zutatenliste bei anderen „Joghurtalternativen“ lang. 17 der 21 getesteten Produkte enthalten Verdickungsmittel, jeweils rund die Hälfte Säureregulatoren beziehungsweise Aromen. Einem Drittel der Produkte sind Antioxidationsmittel zugefügt. Auch andere verdickende sowie süßende Zutaten sind in den Zutatenlisten häufig zu finden. Bis zu 15 Zutaten umfasst die Liste der Inhaltsstoffe.

Anreicherung statt natürlicher Vitamine

Bezüglich der Makronährstoffe schneiden die Ersatzprodukte überwiegend gut ab: Die meisten sind hinsichtlich ihres Fett- und Proteingehalts vergleichbar mit einem fettreduzierten Naturjoghurt. Lediglich die Produkte auf Kokos- und Lupinenbasis erhielten schlechtere Bewertungen, da sie fettreicher sind und viele gesättigte Fettsäuren enthalten.

Acht der 21 Produkte waren mit Calcium, Vitamin D und Vitamin B12 angereichert, um sich den Nährwerten von Kuhmilch anzunähern. Tatsächlich waren alle anderen Produkte bezüglich dieser Mikronährstoffe nicht mit einem Naturjoghurt vergleichbar.

Fazit: Da sich die pflanzliche Ersatzprodukte hinsichtlich der Zutaten und der Nährstoffe stark unterscheiden, ist der Blick auf die Zutatenliste bei diesen Produkten auf jeden Fall empfehlenswert.

Quelle: „Marktcheck: Vegane Joghurtalternativen“, Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Bremen vom 30.10.2020

Letzte Änderung 
11. November 2020
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Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.