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Tierwohllabel auf Fleisch soll 2018 kommen

© BMEL/Thomas Imo/photothek.net

Wie wurde das Tier gehalten, von dem mein Fleisch stammt? Das möchten viele Verbraucher wissen. Bislang gibt es zur Kennzeichnung der Haltungsform nur wenige rechtliche Vorschriften. Slogans wie „artgerecht“ oder „tiergerecht“ sind rechtlich nicht definiert. Das soll sich jetzt ändern. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat auf der Internationalen Grünen Woche seine Pläne für ein mehrstufiges staatliches Tierwohllabel vorgestellt.

Das geplante Label soll zunächst in zwei Stufen kommen: Für die Einstiegsstufe sollen die Haltungsbedingungen gegenüber den gesetzlichen Standards zwar verbessert werden. Die Anforderungen sollen aber so niedrig sein, dass es für Betriebe attraktiv wird, sie einzuhalten und so mit dem Siegel werben zu dürfen. Eine höhere Stufe soll weitergehende Standards garantieren. Einzelheiten zu den Kriterien, beispielsweise in Bezug auf die Größe der Ställe oder die Beschäftigungsmöglichkeiten, sind bislang nicht bekannt. Das Label – egal in welcher Stufe – bleibt allerdings freiwillig. Die gesetzlichen Mindeststandards werden zunächst nicht verändert. Laut Minister Schmidt plant das Ministerium 70 Millionen Euro ein, um die Markteinführung des Labels zu unterstützen. Ab dem Jahr 2018 soll das Label in die Läden kommen, und zwar zunächst für Schweinefleisch und Produkte daraus, später für Geflügel. 

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Viele Verbraucher möchten beim Fleischkauf über die Haltungsbedingungen informiert werden. Ein freiwilliges staatliches Tierwohllabel ist daher ein Schritt in die richtige Richtung. Ein einheitliches Siegel erleichtert Verbrauchern die Orientierung. Aus unserer Sicht reicht ein freiwilliges Label aber nicht aus. Um Verbraucher umfassend zu informieren, wäre eine EU-weite verpflichtende Haltungskennzeichnung – ähnlich wie bei Eiern – nötig. Um die Lebensbedingungen für alle Tiere zu verbessern, sollten zudem die gesetzlich verpflichtenden Standards zum Tierschutz auf EU-Ebene angehoben werden.

Letzte Änderung 
25. Januar 2017
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.