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Superfood-Smoothies: überflüssig und teuer

In Superfood-Smoothies steckt wenig Superfood.
© Verbraucherzentrale Hessen

Superfood-Smoothies wecken hohe Erwartungen. Die angepriesenen Superfoods wie Gojibeeren, Chiasamen, Spirulina-Algen oder Matcha sind häufig aber nur minimal vorhanden. Das ergab ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Hessen.

Sie bewertete eine Stichprobe von 25 Superfood-Smoothies anhand der Abbildung und Nennung von Zutaten auf der Schauseite im Vergleich zur Zusammensetzung der Produkte. Außerdem berechnete sie die Preisdifferenz zu herkömmlichen Smoothies.

Fast die Hälfte der Superfood-Smoothies fiel in der Gesamtbewertung durch.

Alle 25 Smoothies stellen auf der Schauseite super-gesunde Zutaten heraus. Nur der Blick ins Kleingedruckte macht klar, dass die zugesetzten Mengen verschwindend gering sind.

Folgende Mengen beworbener Zutaten hat die Verbraucherzentrale beispielsweise gefunden:

  • 3 % Gojibeerensaft
  • 3 % Açaipüree oder -mark
  • 3 % Chiasamen
  • 3 % Weizengrassaft
  • 2 % Brennesselsaft,
  • 0,4 % Spirulinaalgen
  • 0,4 % Macawurzel
  • 0,1 % Kurkumapulver
  • 0,1 % Matchapulver
  • 0,1 % Chlorella
  • 0,02 % Baobab-Frucht-Extrakt
  • 0,02 % Weizengras, gemahlen

Stattdessen liefern meist Apfel-, Orangen-,Traubensaft und Bananenmark mengenmäßig den größten Anteil des Smoothies. Bei rund zwei Drittel der Smoothies ist von diesen preisgünstigen Zutaten auf der Schauseite jedoch nicht die Rede.

Dennoch kosten Superfood-Smoothies deutlich mehr als Smoothies ohne Superfoods: Die meisten Produkte sind 15 bis 40 Prozent teurer.

Etwa ein Drittel der geprüften Smoothies werben mit Angaben wie „Wachmacher“, „Detox“ oder „Kraftpaket“. Aufgrund der enthaltenen Minimengen an Superfoods sind besondere Gesundheitswirkungen aber praktisch auszuschließen.

Insgesamt macht die Marktstichprobe deutlich: Trendige Superfoods sind ein typisches Beispiel für „Alibi-Zutaten“ – beworbene, aber im Lebensmittel kaum vorhandene Zutaten.

Statt teure Superfood-Smoothies zu kaufen, empfiehlt die Verbraucherzentrale Hessen deshalb, Smoothies aus frischem Obst und Gemüse selbst zuzubereiten. Heimische Superfoods sind beispielsweise Beeren, Leinsamen und Kohlgewächse.

Auch auf Lebensmittelklarheit werden immer wieder Lebensmittel mit Superfoods gemeldet (Links siehe unten)

Quelle:

Verbraucherzentrale Hessen e.V.: Superfood-Smoothies: ein überflüssiger Trend. Marktcheck und Umfrage der Verbraucherzentrale Hessen. Pressemeldung vom 30.06.2016

 

Letzte Änderung 
30. Juni 2016
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.