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Online-Händler muss Herkunft von frischem Obst angeben

Frau packt Paket mit Obst und Gemüse aus
© pasiphae - 123rf.com

Händler müssen für die meisten Obst- und Gemüsesorten das Ursprungsland angeben – und zwar vor dem Kaufabschluss. Das gilt auch für den Online-Handel, hat das Landgericht München jetzt in einem Urteil klargestellt. Der Online-Händler Amazon Fresh hatte auf seiner Homepage für verschiedene Obst- und Gemüsesorten bis zu 13 verschiedene Herkunftsländer angegeben. Zu ungenau fand das die Verbraucherorganisation Foodwatch und ging gegen Amazon Fresh zunächst mit einer Abmahnung und schließlich mit einer Klage vor. Der Online-Händler argumentierte, die Nennung eines einzigen Ursprungslandes je Obst- oder Gemüsesorte sei angesichts der Liefervorgänge nicht möglich. Denn welche Ware aus welchem Lager geliefert werde, hänge vom Wohnort des Kunden ab. Zudem könne der Liefertermin bis zu 27 Tagen in der Zukunft liegen. Es sei daher problematisch, ein bestimmtes Ursprungsland vorherzusagen.

Das Gericht argumentierte dagegen, wenn Amazon Fresh die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllen könne, müsse das Geschäftsmodell geändert werden. Nicht das Geschäftsmodell bestimme die Gültigkeit von Unionsvorschriften, sondern die Unionsvorschriften bestimmten die Zulässigkeit des Geschäftsmodells, so die Richter. Die Pflicht zur Angabe des Ursprungslandes bei den meisten Obst- und Gemüsesorten ist EU-weit rechtlich festgelegt.

Quelle: „Amazon Fresh muss Herkunft von Obst präzisieren“; Food & Recht, Behr’s Verlag, Ausgabe März 2020

 

Letzte Änderung 
17. März 2020
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Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.