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Marktcheck Biermischgetränke: Überraschung am Getränkeregal

Kalten Bierflaschen in Eimer mit Eis auf Holztisch
© nitr - 123rf.com

Erfrischend, spritzig und vermeintlich alkoholarm: Biermischgetränke wie Radler oder ähnliches sind im Sommer der Renner. Doch ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Bremen zeigt: Viele der Getränke enthalten reichlich Zucker, zudem ist die Alkoholmenge nicht so niedrig, wie manch einer glaubt. Die Verbraucherzentrale Bremen hat 39 Biermischgetränke getestet und auf ihre Zusammensetzung untersucht.

Nährwerttabelle rechtlich nicht vorgeschrieben

Im Gegensatz zu anderen alkoholischen Getränken müssen Bier und Biermischgetränke ein Zutatenverzeichnis, aber keine Nährwerttabelle tragen, da sie in der Regel über 1,2 Volumenprozent Alkohol enthalten. Ein Großteil der deutschen Anbieter kennzeichnet die Nährwerte freiwillig, teilweise sind die Angaben aber nur online zu finden. Die Verbraucherzentrale Bremen hat für ihren Marktcheck nur solche Biere ausgewählt, die mit Saft oder Limonade gemischt werden und bei denen mindestens der Kaloriengehalt online gekennzeichnet war. Produkte mit Cola, alkoholfreie Varianten und Mischungen mit einem Alkoholgehalt von über 4,9 Volumenprozent wurden nicht berücksichtigt. Insgesamt prüften die Tester 39 Biermischgetränke insbesondere im Hinblick auf Zutaten und Nährwerte.

Der durchschnittliche Energiegehalt der Produkte lag bei 37 Kilokalorien pro 100 Milliliter. Zum Vergleich: Normales Bier enthält etwa 40 Kilokalorien pro 100 Milliliter. Beim Zuckergehalt gab es allerdings große Unterschiede: Während einige Getränke mit künstlichen Süßungsmitteln gesüßt sind und keinen Zucker enthalten, erreichen andere Produkte Zuckergehalte bis zu 7,7 Gramm pro 100 Milliliter. Mit einer 0,33-Liter-Flasche nehmen Konsumenten fast 25 Gramm Zucker auf, der Hälfte der von der Weltgesundheitsorganisation maximal empfohlenen Zuckermenge pro Tag. Auch das Mischungsverhältnis zwischen Bier und Limonade ist sehr unterschiedlich: Im Marktcheck fand die Verbraucherzentrale Getränke mit einem Bieranteil von 70 Prozent. Als alkoholarme Alternative zu Bier taugen solche Produkte nicht.

Verdickungsmittel, Farb- und Aromastoffe

Der Blick in die Zutatenliste ist für Verbraucher in jedem Fall empfehlenswert, denn die Mischgetränke unterscheiden sich nicht nur im Zuckergehalt, sondern auch im Hinblick auf Zusatzstoffe und Aromen: 25 der 39 getesteten Produkte enthalten Verdickungsmittel oder Stabilisatoren wie Johannisbrotkernmehl, Gummi arabicum, Pektine oder auch Glycerinester aus Wurzelharz. Diese Substanzen sorgen dafür, dass sich Aromen und Trübstoffe gleichmäßig verteilen und sind auch in Getränken mit dem Namen Natur-Radler zu finden. Immerhin vier Produkten wurden sogar Farbstoffe zugesetzt, einem davon ein so genannter Azofarbstoff.

Aromen fanden sich sogar in 32 der 39 Produkte. Davon waren ungefähr ein Drittel „natürliche Fruchtaromen“, beispielsweise das natürliche Zitronenaroma. Ein weiteres Drittel der Produkte enthielt eine Mischung aus „natürlichem Fruchtaroma“ mit anderen Aromen, hier muss nur ein Teil der genannten Frucht enthalten sein, der Rest können andere natürliche Aromen sein. Ein weiteres Drittel der Produkte enthielt „natürliches Aroma“ oder auch nur „Aromen“, die häufig synthetisch hergestellt werden. Verbraucher, die solche Zusätze meiden wollen, sollten sich nicht auf den Namen verlassen, sondern die Zutatenlisten genau lesen.  

Quelle: „Der Sommer ruft – Marktcheck Biermischgetränke“ Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Bremen vom 31.07.2020

Letzte Änderung 
6. August 2020
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.