Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

Gemüsenetze werden an der Kasse häufig mitgewogen

Gemüsenetze
© Olga Miltsova 123rf.com

Fast alle Supermärkte bieten inzwischen Mehrwegnetze für Obst und Gemüse an. Sie sollen Plastiktüten ersetzen und damit Müll sparen. Doch die Beutel bringen ein erhebliches Eigengewicht mit: Bis zu 56 Gramm wiegen die Netze aus Polyester oder Baumwolle. Händler müssen sicherstellen, dass dieses Gewicht an der Kasse nicht mitberechnet wird. Doch ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zeigt: In vielen Fällen wird das Gewicht der Netze gar nicht oder falsch berücksichtigt – häufig zum Nachteil der Verbraucher.

Generell dürfen Händler nur das Nettogewicht ihrer Ware berechnen, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Häufig ist das Gewicht der händlereigenen Netze an der Waage hinterlegt und lässt sich auf diese Weise abziehen. Alternativ kann die Ware ohne Verpackung gewogen und danach zurück ins Netz gelegt werden. Für den Marktcheck kauften die Tester der Verbraucherzentrale bei zehn Händlern verschiedene Mehrwegnetze ein und führten 32 Testkäufe durch Dabei testeten sie, wie die Händler mit den eigenen, aber auch mit händlerfremden Netzen umgingen.

Gewicht von händlerfremden Netze wird oft nicht abgezogen

Die Kunststoffnetze wogen zwischen 8 und 22 Gramm, die Baumwollnetze sogar bis zu 56 Gramm. Bei 9 von 14 Einkäufen mit den händlereigenen Netzen zogen die Kassierer oder Kassiererinnen das Gewicht an der Kasse korrekt ab, bei fünf Einkäufen wurde es nicht korrekt berücksichtigt. Beim Einkauf mit händlerfremden Netzen war die Bilanz noch schlechter: Bei 11 von 18 Einkäufen wurde kein Gewicht oder nur das Gewicht des händlereigenen Netzes abgezogen. In vielen Fällen führte das dazu, dass die Tester zu viel bezahlten.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg fordert Händler dazu auf, die gesetzlichen Vorgaben beim Wiegen der Ware einzuhalten. Ein einheitliches Netz für alle Supermärkte oder Barcodes an den Netzen, die an den Kassen ausgelesen werden, wären mögliche Lösungen. Verbrauchern, die sichergehen wollen, dass nur das Gewicht der Ware berechnet wird, rät die Verbraucherzentrale, das Obst und Gemüse erst nach dem Wiegen ins Netz zu packen.

Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: „Mehrwegnetze: An der Kasse mitgewogen“

 

Weitere Informationen 
Letzte Änderung 
5. Februar 2020
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.

Kommentare

Die Tips, wie mit den Netzen umgegangen werden kann sind ja schön und gut, aber leider nicht kurzfristig in der Praxis umsetzbar (gleiches Netz für alle Märkte, EAN-Code auf Netzen). Auch die Ware erst zu wiegen und dann in das Netz zu packen, geht auch nicht bei allen Lebensmitteln (z.B. Feldsalat). Können die Händler an der Kasse das Gewicht des Netzes manuell abziehen? Wenn ja, wäre es dann möglich, das Gewicht mitzuteilen, bzw. auf das Netz zu schreiben?


Wenn Sie mehrere gleiche Netze besitzen, wäre unser Vorschlag für Feldsalat und  kleinstückiges Obst und Gemüse: Lassen Sie ein zusätzliches Netz zuvor wiegen und das Gewicht abziehen, bevor der Feldsalat mit Netz auf die Waage kommt. Das Gewicht des Beutels manuell einzugeben, ist vermutlich nicht bei allen Waagen möglich.