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Eiersuche zu Ostern: Informationen auf Eiern sind teilweise schwer zu finden

Ostereier
© jd - photodesign - fotolia.com

Nicht nur zu Ostern möchten viele Verbraucher beim Eierkauf wissen, woher die Eier kommen und wie die Legehennen gehalten wurden. Viele lehnen zudem das „Schreddern“ von männlichen Küken ab und wollen es nicht länger unterstützen. Die Herkunft und die Haltungsform lassen sich jedoch oft erst auf den zweiten Blick oder auch – bei verarbeiteten Eiern – gar nicht erkennen.

Herkunft: Bei rohen Eiern zählt der Stempelcode

Bei rohen Eiern können Verbraucher am gestempelten Code auf der Schale, z. B. 0-DE-069876, erkennen, woher die Ware kommt. Die erste Ziffer nennt die Haltungsform. Dabei steht die „0“ für ökologische Erzeugung, die „1“ für Freilandhaltung, „2“ für Bodenhaltung und „3“ für Käfighaltung in Kleingruppen. Nach dem Länderkürzel – DE steht für Deutschland – folgen zwei Ziffern für das Bundesland, zum Beispiel "06" für Hessen, sowie die Betriebs- und Stallnummer. Einige Anbieter kennzeichnen das Herkunftsland freiwillig durch einen zusätzlichen Hinweis wie „Eier aus Deutschland“ auf dem Karton. Ist das nicht der Fall, müssen Käufer den Karton öffnen und auf den Stempelcode schauen.

Packstellennummer auf dem Karton sagt nichts über die Herkunft

Einige Verbraucher verwechseln die Packstellennummer auf dem Karton, die ebenfalls mit DE… beginnen kann, mit einem Herkunftshinweis. In der Packstelle werden Eier aber nur sortiert und verpackt. Eier aus den Niederlanden werden beispielsweise häufig in Deutschland verpackt. Käufer finden dann auf dem Karton eine Nummer, die mit DE… beginnt. Maßgeblich für die Herkunft ist aber nur der Stempelcode. Angaben auf dem Karton wie „Bauer Herbert“ oder „Eierhof Müller“ stehen ebenfalls nicht zwangsläufig für den Betrieb, in dem die Eier gelegt wurden.

Herkunft von gefärbten Eiern nicht erkennbar

Während bei rohen Eiern die Angabe von Herkunft und Haltungsform Pflicht ist, darf sie bei bunten, gekochten Eiern fehlen, ebenso bei Eiern in Kuchen oder Nudeln. Verbraucher müssen hier mit Eiern aus Käfighaltung und aus dem Ausland rechnen. Nur Bio-Eier sind über die Bio-Kennzeichnung immer zu erkennen. Bei bunten verpackten Eiern können Käufer, die Käfig-Eier meiden möchten, auf das KAT-Siegel achten. Dieses wird vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e. V. (KAT) ausschließlich für Eier aus Boden, Freiland- oder Biohaltung vergeben.

Initiativen gegen das Kükenschreddern

Für männliche Küken gibt es im Legebetrieb keine Verwendung. Zudem setzen nur schlecht Fleisch an, sodass sich auch die Mast nicht lohnt. Daher werden in Deutschland jedes Jahr rund 50 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet. Wer das nicht unterstützen will, kann Eier von Initiativen kaufen, die die männlichen Küken aufziehen. Ob „Bruderküken-Initiative“, oder „Bruder Herz“, das Prinzip ist überall gleich: Der Eierpreis beinhaltet einen Aufschlag, der in die Aufzucht der männlichen Küken fließt. Dadurch bleibt das Fleisch der Legehennen-Brüder bezahlbar.

Quelle: „Augen auf beim Eierkauf“ – Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hessen vom 10. April 2019

Letzte Änderung 
16. April 2019
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Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.