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Ist der Begriff Pesto rechtlich geschützt?

Frage

Gibt es Zutaten, die in einer "kalten Sauce" enthalten sein müssen, um das Produkt Pesto nennen zu dürfen? Hintergrund meiner Frage sind die Zutaten in einem Bio-Bärlauch-Pesto: Bärlauch, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Kartoffelflocken, Meersalz und Zitronensaft. Ich dachte bisher, Pesto enthält auch Pinienkerne und Hartkäse.

Antwort

Die Zusammensetzung von Pesto ist rechtlich nicht geregelt. Selbst die bekannteste Variante, das „Pesto alla genovese“ ist keine rechtlich geschützte Spezialität.

Der Begriff Pesto steht  allgemein für eine dickflüssige, ungekochte Sauce, von der es zahlreiche Variationen gibt. Das „Pesto alla genovese“ stammt traditionell aus Ligurien und enthält – wie Sie ganz richtig sagen – in der Regel Pinienkerne, Basilikum, Olivenöl, Knoblauch, Parmesan und/ oder Pecorino sowie Salz. Viele Hersteller industrieller Produkte ersetzen allerdings einen Teil der Zutaten durch preiswertere Bestandteile. Dies zeigen verschiedene Meldungen an Lebensmittelklarheit sowie eine Untersuchung der Stiftung Warentest von 2013.

Weder die Bezeichnung noch die Aufmachung von Produkten sollten Verbraucher über den Inhalt täuschen. Dies wäre unserer Auffassung nach der Fall, wenn der Hersteller das Produkt „Pesto alla genovese“ nennt oder Zutaten hervorhebt, die nicht oder nur in geringem Umfang enthalten sind. Allein der Begriff „Pesto“ hingegen ist für das beschriebene Produkt vermutlich nicht irreführend. Für eine Beurteilung wäre aber die gesamte Aufmachung und Kennzeichnung der Verpackung zu berücksichtigen.

Hinweis: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden in der Regel nicht aktualisiert.

Der leichtsprachliche Text wurde übersetzt von:
Isabella von Luxburg,
luxburg@leichtzulesen.org,
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Der Text wurde geprüft durch die Prüflesegruppe:
Menschen mit Lernschwierigkeiten Zentrum Leichte Sprache Allgäu,
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Kulinaria Deutschland e.V.
22.05.2017 - 10:11

Der Begriff "Pesto" kommt aus dem Italienischen (pestare) und bedeutet zunächst einmal nichts anderes als "zerrieben" oder "zerstampft". Beim Begriff "Pesto" können Verbraucher also eine Sauce mit z.T. pastenähnlicher Konsistenz aus zerriebenen oder zerstampften Zutaten erwarten. Seit es Pestosaucen als Convenience-Produkte im Glas gibt, sind sie in ganz unterschiedlichen Zusammensetzungen erhältlich. Eine gesetzlich festgelegte Rezeptur für Pestosauce existiert nicht. Das bekannteste Pesto ist das Pesto Genovese; es enthält i.d.R. (aber nicht unbedingt ausschließlich!) Basilikum, Parmesan und/oder Pecorino-Käse, Pinien- oder Cashewkerne, Knoblauch und Olivenöl.

Bei der Herstellung einer Pestosauce kann eine Vielzahl unterschiedlicher Zutaten zum Einsatz kommen. Anhand des Zutatenverzeichnisses können Verbraucher die Zusammensetzung unterschiedlicher Pestosaucen miteinander vergleichen und anhand der QUID-Angabe für charakteristische Zutaten (bei Pesto [alla] Genovese) in der Regel Basilikum, Käse, Nüsse und Öle) eine gut informierte Wahl treffen.

Kulinaria Deutschland e.V.
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