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Weidemilch mit Anbindehaltung?

Kann bei der Weidemilch garantiert werden, dass die Kühe während der Stallzeit nicht in Anbindehaltung gehalten werden?

Anbindehaltung
© Marionette - Fotolia.com

Frage

Kann bei der Weidemilch garantiert werden, dass die Kühe während der Stallzeit nicht in Anbindehaltung gehalten werden? Nach meiner Information sind Betriebe dabei, die die Kühe von Anfang Oktober bis Ende April in Ständerhaltung melken.

Antwort

Der Begriff Weidemilch ist rechtlich nicht geregelt. Laut Rechtsprechung ist eine Weidedauer von mindestens 120 Tagen pro Jahr ausreichend. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Hessen zeigt, dass viele Anbieter von Weidemilch sich an diese Vorgaben halten und ihren Kühen an mindestens 120 Tagen im Jahr Zugang zu Weideland gewähren. Bei den meisten Anbietern von Weidemilch bleibt allerdings unklar, welches Futter die Kühe erhalten und wie die Haltung im Winter aussieht.

Mehr Klarheit bietet das freiwillige Siegel „Pro Weideland“ der Weidecharta, das zusätzlich zu den 120 Tagen Weidegang eine Mindestweidefläche und ganzjährig Bewegungsfreiheit garantiert. Auch bei den Produkten mit diesem Siegel wird Anbindehaltung toleriert, allerdings müssen die Kühe auch im Winter jeden zweiten Tag Auslauf haben.

Aus unserer Sicht ist eine Anbindehaltung der Kühe mit einem hohen Tierschutzniveau unvereinbar. Dem Initiator des Siegels „Pro Weideland“ ging es darum, Weidegang an sich zu fördern und möglichst viele, auch kleinere Landwirte zum Mitmachen zu bewegen. Die externen Kontrollen stellen sicher, dass festgelegte Standards auch eingehalten werden. Dass diese Kontrollen fest verankert wurden, ist ein großes Plus. Aus unserer Sicht ist das Siegel ein Schritt in die richtige Richtung, um Tierschutz in der Milchkuhhaltung zu fördern.

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Letzte Änderung 
19. Oktober 2020