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Was bedeutet der Begriff „essreif“ bei Früchten?

große Auswahl an frischen Bio Früchten
© acceptphoto - 123rf.com

Frage

Immer wieder werden im Handel Früchte wie Mango, Kiwi usw. als „essreif“ angeboten. Was bedeutet der Begriff? Müssen das ausgereifte Früchte sein oder genügt eine Essbarkeit auch in hartem Zustand? Hat die Bezeichnung überhaupt eine Bedeutung?

Antwort

Lebensmittelrechtlich ist der Begriff „essreif“ nicht definiert. Angaben über Lebensmittel dürfen aber nicht täuschen.

Laut der EU-Verordnung 543/2011 müssen Früchte beim Verkauf generell einen „ausreichenden Reifegrad“ aufweisen, ohne überreif zu sein. Je nach Obstsorte sind die Kriterien für ausreichende Reife mehr oder weniger präzise definiert. Bei Kiwis beispielsweise gibt es Vorgaben zum Zucker- und Trockenmassegehalt beim Verpacken. Für Mangos sind keine speziellen Kriterien für den Reifegrad definiert.

Mit diesem Reifegrad dürften Anbieter allerdings nicht werben, da alle vermarkteten Früchte diese Reife aufweisen müssen. Es wäre eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten.

Fachsprachlich wird nicht von „Essreife“ gesprochen, sondern von „Genussreife“ – im Unterschied zur „Pflückreife“. So beschreibt der Begriff „Genussreife“ den Zeitpunkt, ab dem eine Frucht zum Verzehr geeignet ist. Die Frucht sollte dann ihre optimalen geschmacklichen Eigenschaften erreicht haben. Farbe, Saftigkeit und Aroma sowie das Säure-Zucker-Verhältnis sollten harmonisch und sortentypisch sein.

Aus Sicht von Lebensmittelklarheit sollten Früchte, die mit dem Begriff „essreif“ beworben werden, sortentypisch schmecken und nicht unangenehm hart sein.

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Letzte Änderung 
14. April 2021