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Wann darf sich ein Joghurt “griechischer Joghurt” nennen?

Ist es bei "Naturjoghurt" üblich, dass keine Zutaten angegeben werden?

Frage:

Laut Lebensmittelinformationsverordnung müssen Lebensmittel mit einer Zutatenliste gekennzeichnet sein. Ich habe hier einen "Joghurt mild nach griechischer Art" (Jogurt mild, 5 % Fett) ohne Zutatenliste. Ist es bei "Naturjoghurt" üblich, dass man keine Zutaten angibt (wenn er z.B. nur aus Milch und Sahne hergestellt wurde), oder ist dies unzulässig? Gibt es dafür Sonderregelungen?

Und inwieweit darf sich ein Joghurt "griechischer Joghurt" nennen. Gibt es für griechischen Jogurt typische Merkmale, die eingehalten werden müssen (z.B. Fettgehalt unter 10 %, oder Eiweißerhöhung)? Beim original griechischen Joghurt spielt ja die Erhöhung des Eiweißgehaltes eine Rolle. Ist so etwas bei in Deutschland hergestellten Waren gesetzlich möglich, zum Beispiel per Pulver oder Abtropfen?

Antwort:

Milcherzeugnisse wie Naturjoghurt brauchen kein Zutatenverzeichnis zu tragen, wenn ihnen außer Milch lediglich die für die Herstellung notwendigen Milchinhaltsstoffe, Lebensmittelenzyme und Mikroorganismen-Kulturen zugesetzt wurden. Dies ist sowohl in der Lebensmittelinformationsverordnung als auch in der Milcherzeugnisverordnung festgelegt. Das bedeutet, Joghurt benötigt auch dann kein Zutatenverzeichnis, wenn durch den Zusatz von Milchpulver der Fett- oder Eiweißgehalt erhöht wurde. Aus unserer Sicht ist das wenig verbraucherfreundlich. Milchprodukte sollten ohne Ausnahme ein Zutatenverzeichnis tragen, wenn sie aus mehr als einer Zutat hergestellt wurden.

Die Bezeichnung „Joghurt griechischer Art“ ist rechtlich nicht geschützt. Nach Auffassung der Europäischen Kommission weisen diese und ähnliche Formulierungen auf ein Produkt hin, „das aufgrund bestimmter Herstellungsprozesse eine dickflüssige, cremige Textur aufweist.“ Eine Erhöhung des Eiweißgehaltes durch den Zusatz von Milchpulver ist rechtlich möglich und muss – wie oben erwähnt – nicht gesondert gekennzeichnet werden.

Anders sieht es übrigens für die Bezeichnung „griechischer Joghurt“ aus. Hier ist die EU-Kommission der Auffassung, dass der Verbraucher hierunter einen in Griechenland hergestellten Joghurt erwartet.

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Letzte Änderung 
21. März 2017

Kommentare

Ich probiere seit vorgestern den nicht ganz billigen Sahnejoghurt 10 % (über 2,- €) nach griechischer Art von XXX (Markenname von der Redaktion entfernt). Dieser Natur-Joghurt ist nach 2 Tagen ohne Saftentwicklung immer noch so schnittfest wie am ersten Tag. Das macht mich stutzig. Hier spielen garantiert Milch- und Verdickungspulver eine Rolle, auf die ich sehr allergisch reagiere. Ich finde es unverschämt, dass die Clean-Label-Verordnung immer mehr um sich greift und die Verbraucher im ‚Nebel‘ stehen lässt. Ich werde den 1kg-Plastikeimer mit samt Joghurt komplett entsorgen, bevor mir noch schlechter davon wird.


Wie im Artikel beschrieben, ist der Zusatz von Milchpulver zur Erhöhung der Trockenmasse bei Joghurt zulässig und muss nicht gekennzeichnet werden. Reiner Sahnejoghurt darf kein Verdickungsmittel enthalten. Bei verarbeiteten Produkten müssen alle weiteren Zutaten in der in der Zutatenliste stehen. Ist dort kein Verdickungsmittel aufgeführt, so können Sie davon ausgehen, dass der Joghurt auch keines enthält.


Riese 2020: 07. JAN 2020 hh
Soweit hier feststellbar ist die Bezeichnung „Joghurt“ ungeschützt. Eindruckerweckend: ein jeder Hersteller darf seinen angeblichen „Joghurt“ bezeichnen, beschreiben, wie der Hersteller es will? Unmöglich!
Hinzu: In der Breite und Höhe, incl. Phantasie der Beschreibung keine Grenze.
Irreführung der Verbraucher???

Problematik hier: Eine Fa. liefert einen ( fast schnittfähigen ) Joghurt – so wie allgemein bekannt, schmackhaft, eben ein Joghurt! Eine andere Fa. liefert eine „Schmunzelbrühe“, die nur dazu sein kann, das bezogen Körper-Oberteil zu kennzeichnen, in dem Wissen: „Ah, hier ist vorn....!“ Einmal waschen bitte! Keine Ungeschicklichkeit bei der Einnahme, sonder ein Hinweis fehlte! Allerdings gab es den fehlenden Hinweis schon beim Öffnen des Becher. Seitdem: Joghurtessen nur im Taucheranzug! Nicht normal oder ?
Hinweis, z. Bs. :„Trinkfertig“! Würde von mir nicht gekauft werden! Ärgerniss! Gottseidank sind die Geschmäcker verschieden! Nur verlangt wird ein sichtbarer Hinweis: Hierfür brauchen Sie keinen Löffel, sondern: „öffnen, ansetzen, zweimal schlucken und nie wieder einen Neuen! Ärgernis und „Kundenverarschung im großen Stil!
Unter den Fa. sollen Prämien verteilt werden: „Wer hat die beste „Kundenverarschung“ vollzogen ??? Uns wie immer, der Verbraucher ist der Dumme! AMEN