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Milch "Von Milchkühen mit Hörnern"

Welche Bedeutung hat die Kennzeichnung "Von Milchkühen mit Hörnern" auf Demeter-Milch?

© smereka - Fotolia.com

Frage

Auf Demeter-Milch steht eine Kennzeichnung "Von Milchkühen mit Hörnern". Was bedeutet diese Kennzeichnung? Wofür steht sie? Garantiert diese Kennzeichnung, dass die Milch zu 100% von Milchkühen mit Hörnern stammt? Bedeutet diese Kennzeichnung, dass andere Milch (Bioland, EU-Bio oder konventionell) von Milchkühen ohne Hörner stammt?

Antwort

In der konventionellen Landwirtschaft werden Kälber in der Regel routinemäßig enthornt. Das Tierschutzgesetz erlaubt das Enthornen ohne Betäubung in den ersten sechs Lebenswochen des Kalbes. Danach sind Eingriffe an Tieren ohne Betäubung nicht zulässig.
Die Maßnahme wird aber kontrovers diskutiert:
Wenn Kühe Hörner tragen, erhöht sich das Unfallrisiko für den Tierhalter. Außerdem kommt es bei Rangordnungskämpfen leichter zur Verletzung der Tiere untereinander, vor allem wenn Tiere auf engerem Raum gehalten werden.
Andererseits sind Hörner für das Sozialverhalten der Rinder wichtig. Sie dienen ihnen als Erkennungsmerkmal bei der Ausbildung der Rangordnung innerhalb der Herde.
Das Enthornen ist für Kälber zudem ein schmerzhafter Eingriff.
Allerdings gibt es auch Rinderrassen, die auf Hornlosigkeit gezüchtet wurden. Hier entfällt die leidverursachende Maßnahme des Enthornens.
Auch im ökologischen Landbau kann die Enthornung von Kühen von der zuständigen Behörde fallweise genehmigt werden, wenn dafür triftige Gründe vorliegen, beispielsweise Sicherheitsgründe. Die Tiere müssen dabei betäubt werden. Trotz dieser Genehmigungspflicht ist das Enthornen der Milchkühe zurzeit ist auch im ökologischen Landbau noch verbreitet. An Lösungen für eine Rinderhaltung mit Hörnern wird gearbeitet.
Ökologische Anbauverbände müssen mindestens die EU-Öko-Verordnung erfüllen. Sie können in ihren Richtlinien aber strengere Anforderungen aufstellen.
So erlauben die Demeter-Richtlinien keine Enthornung: „Das Enthornen von Tieren ist nicht zugelassen. Enthornte Tiere dürfen nicht gehalten werden. Der Zukauf eines einzelnen enthornten Tieres (Zuchttier, z. B. Stier) ist möglich. Genetisch hornlose Tiere in der Rindviehhaltung sind nicht erlaubt.

Nach Auskunft des Verbandes könne zwar nicht versprochen werden, dass die Milch zu 100 % von Kühen mit Hörnern stammt. Aber nur vereinzelt trügen Demeter-Kühe keine Hörner.
In anderen Bio-Verbänden ist der Verzicht auf eine Enthornung nicht ganz so strikt. In den Bioland-Richtlinien wird der Verzicht auf eine Enthornung lediglich empfohlen: „Die Haltungssysteme für Wiederkäuer sollen so entwickelt werden, dass von einer Enthornung abgesehen werden kann. Wenn enthornt wird, ist dafür zu sorgen, dass eine angemessene Betäubung und Schmerzausschaltung stattfindet.“

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Letzte Änderung 
27. November 2018