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Ursprungsland bei Konserven

Woran kann ich erkennen, woher die Zutaten in einem Konservenprodukte kommen?

Pfirsiche in der Dose
© handmadepictures - 123rf.com

Leider gibt es für verarbeitete Lebensmitteln wie Konserven – von wenigen Ausnahmen abgesehen – keine Verpflichtung, das Ursprungsland anzugeben. Sie haben als Verbraucher daher keine Möglichkeit, das Ursprungsland der Zutaten zu erfahren, es sei denn, der Hersteller gibt es freiwillig an, zum Beispiel "italienische Tomaten". Diese Angabe muss stimmen.

Bei Bio-Lebensmitteln, die das EU-Bio-Logo tragen – auch bei Konserven – müssen Anbieter die Herkunft der Rohstoffe verpflichtend angeben. Allerdings genügt die Angabe "EU-Landwirtschaft" oder "Nicht-EU-Landwirtschaft". Stammen die Rohstoffe sowohl aus EU- als auch aus Nicht-EU-Ländern – und das ist häufig der Fall – genügt sogar die Angabe "EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“.

Am 1. April tritt zudem eine EU-Verordnung in Kraft, die in bestimmten Fällen eine Herkunftsangabe der „primären“ Zutat(en) vorschreibt. Primäre Zutaten sind solche, die entweder mehr als 50 Prozent des Lebensmittels ausmachen oder die Verbraucher üblicherweise mit der Bezeichnung des Lebensmittels verbinden. Bei Tomatenmark ist die primäre Zutat Tomaten. Bei einem Erdbeerjoghurt gelten sowohl die Erdbeeren als auch der Joghurt als primäre Zutaten. Anbieter müssen immer dann eine Herkunftsangabe für die primären Zutaten aufführen, wenn für das Lebensmittel eine Herkunftsangabe gemacht wurde, die mit dem Ursprungsland der primären Zutaten nicht übereinstimmt. Dabei genügt aber der Hinweis, dass die primären Zutat(en) nicht aus dem Herkunftsort des Lebensmittels stammen.

Ein Beispiel: Tomaten aus China werden nach Italien transportiert, dort gekocht, gesalzen und in Konservendosen abgefüllt. Ist nun auf der Dose als Herkunftsland Italien angegeben oder auch nur eine italienische Flagge abgebildet, muss der Anbieter laut der neuen Verordnung zusätzlich angeben, dass die Tomaten nicht aus Italien stammen. Alternativ kann er angeben, dass die Tomaten aus China oder dass sie aus „Nicht-EU“ stammen. Kommen die Tomaten aus unterschiedlichen Ländern, zum Beispiel Italien und China, ist auch die Angabe „EU und Nicht-EU“ zulässig.

Aus unserer Sicht ist es unbefriedigend, dass Verbraucher bei verarbeiteten Lebensmitteln die Herkunft der Rohstoffe meist nicht erfahren. Auch der Hinweis „EU-/Nicht-EU“ hat keinen wesentlichen Informationswert für Verbraucher.

Bei Bio-Lebensmitteln haben Sie die Möglichkeit, beispielsweise gezielt Produkte aus EU-Landwirtschaft zu wählen. 

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Letzte Änderung 
25. März 2020