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Unterschiedliche Angaben zum Fettgehalt bei Käse

Wie kommen die unterschiedlichen Fettgehalte 16% und 32 % auf einem Käse zustande?

Käsepackung
Käsepackung © dmitrimaruta - Fotolia.com

Frage

Ich habe einen Käse gekauft. Auf der Vorderseite steht „16 %** Fett absolut“. Auf der Hinterseite steht „**42 % weniger Fett als das Original 45 % Fett i. Tr.“ und später dann noch „Schnittkäse, 32 % Fett i. Tr“. Ich bin verwirrt. Wie viel Fett steckt denn nun in dem Käse?

Antwort

Der auf der Vorderseite angegebene „absolute“ Fettgehalt ist der Fettgehalt des Käses beim Inverkehrbringen. Er entspricht den 16 Gramm Fett pro 100 Gramm, die in der Nährwerttabelle aufgeführt werden.

Die Abkürzung Fett i. Tr. bei den Angaben auf der Rückseite steht für „Fett in Trockenmasse“. Das entspricht dem Fettgehalt des Käses, wenn ihm sämtliches Wasser entzogen würde. Es ist ein theoretischer Wert, der wesentlich höher ist als der absolute Fettgehalt. Der Fettgehalt in der Trockenmasse wird angegeben, da er im Gegensatz zum absoluten Fettgehalt weitestgehend konstant bleibt. Der absolute Fettanteil kann mit der Zeit leicht zunehmen, da je nach Reifung, Lagerung und Verpackung Wasser aus dem Käse verloren geht.

Käse werden in Fettgehaltsstufen unterschieden, die sich immer auf den Fettgehalt in der Trockenmasse beziehen. Hersteller müssen in der Bezeichnung entweder die Fettgehaltsstufe oder den Fettgehalt in der Trockenmasse angeben. Im vorliegenden Fall handelt es sich bei einem Fettgehalt von 32 Prozent um einen Käse der Dreiviertelfettstufe. Gegenüber einem Käse der Vollfettstufe, der mindestens 45 Prozent Fett in der Trockenmasse enthält, ist er fettreduziert.

Die Angabe des absoluten Fettgehaltes zusätzlich zur Angabe „Fett i. Tr.“ ist grundsätzlich erlaubt. Gerade bei fettreduzierten Käsen geben Hersteller häufig prominent den absoluten Fettgehalt an. Der Unterschied zwischen „45 % Fett i. Tr.“ und „16 % Fett absolut“ wirkt dann größer. Unter Umständen bemerken Verbraucher nicht, dass es sich um unterschiedliche Bezugsgrößen handelt. Zum Vergleich: Ein Schnittkäse mit 45 Prozent Fett in der Trockenmasse enthält etwa 28 Prozent Fett absolut.

Die Aufmachung der Verpackung darf Verbraucher jedoch nicht irreführen oder täuschen. Hersteller müssen ihre Verpackung daher so gestalten, dass eine Verwechslung mit der vorgeschriebenen Angabe „Fett i. Tr.“ nicht möglich ist. Ob tatsächlich eine Irreführung vorliegt, kann im Einzelfall nur ein Gericht entscheiden.

Auf der Rückseite weist der Hersteller darauf hin, was seinen Käse zu einem fettreduzierten Käse macht, indem er erklärt, dass der vorliegende Käse mit 16 Prozent Fett absolut beziehungsweise 32 Prozent Fett in Trockenmasse 42 Prozent Fett weniger enthält als ein üblicher Schnittkäse mit 45 Prozent Fett in Trockenmasse. Dieser Unterschied entspricht der Fettreduktion von den oben genannten 28 Gramm Fett pro 100 Gramm Käse auf 16 Gramm Fett pro 100 Gramm Käse.

Wir halten die unterschiedlichen Angaben für Fettgehalte auf Käse für wenig verbraucherfreundlich. Bei einer nicht-repräsentativen Umfrage auf Lebensmittelklarheit.de in 2014 war Dreiviertel der Teilnehmer die Angabe des absoluten Fettgehalts am Wichtigsten. Ein Trostpflaster ist, dass Verbraucher inzwischen anhand der Nährwerttabelle, die auf jedem verpackten Käse zu finden ist, immer die Möglichkeit haben, die absoluten Fettgehalte zu vergleichen.

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Letzte Änderung 
9. Juli 2019