Skip to content Skip to navigation

Ungewöhnlich glänzende Äpfel

Äpfel bilden eine natürliche Wachsschicht aus.
Äpfel bilden eine natürliche Wachsschicht aus. © Igor Normann - Fotolia.com

Frage:

Seit kurzem werden bei uns im Supermarkt ungewöhnlich glänzende Äpfel angeboten, laut Auslobung mit "natürlichem Wachs". Das Wachs lässt sich nicht einfach abwaschen. Bei der Information wurde empfohlen, das mit Spülmittel abzuwaschen. Wir werden dort bis auf weiteres kein Obst mehr einkaufen. Haben Sie Informationen was unter "natürlichem Wachs" zu verstehen ist und wie man damit umgehen sollte?

Antwort:

Für Äpfel, deren Schale mit Wachs behandelt wurde, ist die Angabe „gewachst“ vorgeschrieben. Laut EU-Zusatzstoffverordnung sind zur Oberflächenbehandlung von Äpfeln Bienenwachs, Candelillawachs, Carnaubawachs und Schellack zugelassen. Alle vier Wachse sind natürlichen Ursprungs: Candelilla- und Carnaubawachs werden aus Pflanzen gewonnen, Bienenwachs und Schellack sind tierischer Herkunft. Bei loser Ware genügt die Angabe „gewachst“, sodass Verbraucher nicht erfahren, welches Wachs verwendet wurde.

Stattdessen die Angabe „mit natürlichem Wachs“ aufzudrucken, ist unzulässig. Der Begriff „natürlich“ ist im Zusammenhang mit Wachsen rechtlich nicht geregelt und aus unserer Sicht missverständlich. Möglicherweise meint der Hersteller, dass er die Äpfel mit Wachs natürlicher Herkunft behandelt. Für exotische Früchte wie Melonen, Papayas oder Mangos – nicht aber für Äpfel – sind weitere Wachse zur Oberflächenbehandlung zulässig, die zum Teil synthetisch hergestellt werden.

Die genannten Wachse gelten als gesundheitlich unbedenklich – wie übrigens alle zugelassenen Zusatzstoffe. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, Obst gründlich zu waschen und mit einem Küchentuch abzureiben. 

Es ist auch möglich, dass der Hersteller die Äpfel gar nicht behandelt hat, sondern auf die natürliche Wachsschicht der Äpfel hinweist. Nahezu alle Apfelsorten bilden natürlicherweise eine mehr oder weniger starke Wachsschicht aus. Diese bewahrt die Äpfel vor dem Austrocknen und dient als Schutz vor Insektenbefall.

Aus unserer Sicht sollte der Hersteller hier präzise formulieren und die gesetzlich vorgeschriebene Formulierung „gewachst“ verwenden, wenn er die Äpfel mit Wachs behandelt hat.

Wie informativ fanden Sie diesen Beitrag? 
Durchschnitt: 4.6 (46 Stimmen)
Wir verwenden Cookies um mehrfache Bewertung zu verhindern. Mit der Abgabe der Bewertung stimmen Sie der Verwendung von Cookies ausdrücklich zu! Weitere Informationen finden Sie hier.
Letzte Änderung 
23. März 2017

Kommentare

Es wird beschrieben daß für die Haltbarkeit der Äpfel zulässige natürliche Wachse verwendet werden.Könnte es sein daß die Darmflora damit beeinträchtigt wird? Die Darmwand ist durchlässig für die Nährstoffe.Meine Befürchtung ist,daß die Darmwand irgend wann durch das Wachs verklebt und undurchlässig wird.Das muß nicht beim einmaligem Verzehr vom Apfel sein.Aber immer wieder mit Nachschub kann es da nicht zu Folgeschäden kommen?!
Mit freundlichem Gruß, Manfred Lessner


Die Wachse zur Oberflächenbehandlung von Äpfeln gelten als gesundheitlich unbedenklich. Es handelt sich um zugelassene Zusatzstoffe. Im Zulassungsverfahren werden die Auswirkungen der Stoffe auf die Gesundheit bewertet und die Menge ermittelt, die bei täglicher lebenslanger Aufnahme nicht zur Beeinträchtigung der Gesundheit führen soll. Von diesem Wert leiten sich die Höchstmengen der Zusatzstoffe in Lebensmitteln ab. Bis auf Carnaubawachs haben die Wachse für die Oberflächenbehandlung von Äpfeln keine vorgeschriebene Höchstmenge. Dann darf die Menge eingesetzt werden, die für die Wirkung des Zusatzstoffes notwendig ist. Diese Regelung gilt nur für unkritische Zusatzstoffe.

Wenn Sie dennoch auf gewachste Äpfel verzichten wollen, können Sie gezielt ungewachste Äpfel kaufen, da die Verwendung von Wachsen auch bei loser Ware kennzeichnungspflichtig ist.