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Schweineborsten als Gewürz in Chips?

Sind das nur Horrorgeschichten oder werden sie tatsächlich verwendet?

© fotomaster - fotolia.com

Frage

Stimmt es, dass bei manchen Kartoffelchips als Gewürz unter anderem Wildschweinborsten verwendet werden, die dann für einen besseren rauchigen Geschmack verantwortlich sind? Oder sind das nur Horrorgeschichten?

Antwort

Schweineborsten zählen nicht als Lebensmittel und sind auch als Lebensmittelzutat unzulässig.

Für die Herstellung von Zusatzstoffen oder Aromen sind allerdings Rohstoffe erlaubt, die als normale Zutat unzulässig wären. Es ist daher möglich, dass Aromen oder Zusatzstoffe aus Schweineborsten oder ähnlichen Ausgangssubstanzen hergestellt werden.

Natürliche Aromen werden laut EU-Aromenverordnung aus „pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoffen“ gewonnen. Diese Ausgangsstoffe müssen keine Lebensmittel sein. Auch Tierhaare würden unter „tierische Ausgangsstoffe“ fallen.

Der Zusatzstoff L-Cystein ging vor einiger Zeit durch die Presse, weil er aus Haaren – auch aus Schweineborsten – und Federn stammen kann. Er wird als Mehlbehandlungsmittel bei der Herstellung von Brot eingesetzt. Menschenhaar ist allerdings als Ausgangsstoff seit einigen Jahren explizit verboten.

Gewürze sind Pflanzenteile wie Blüten, Früchten, Knospen, Samen, Rinden, Wurzeln, Wurzelstöcke oder Zwiebeln von Gewürzpflanzen.
Auch Kräuter können zu Gewürzen zählen sowie Pilze, die wegen ihrer geschmack- und/oder geruchgebenden Eigenschaften verwendet werden. Schweineborsten sind keine Lebensmittel und dürfen daher auch nicht in Gewürzen oder Gewürzmischungen enthalten sein.

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Letzte Änderung 
3. Dezember 2018