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Schnitzel mit Flüssigwürzung im Restaurant

Muss es im Restaurant in der Speisekarte stehen, wenn der Gastronom ein fertiges Schnitzel mit Flüssigwürzung verwendet?

Schnitzel
Schnitzel ©Petr Štěpánek - 123rf.com

Frage

Nehmen wir an, ein Restaurant kauft Tiefkühlschnitzel bei einer großen Firma. Auf der Verpackung steht, wie auch im Einzelhandel, "Schweineschnitzel aus flüssig gewürztem Schweinelachs, paniert". In der Speisekarte steht "Schnitzel Wiener Art" knuspriges Schnitzel aus Schweinerücken. Muss hier die Flüssigwürzung genannt werden oder nicht? Ich vermute mal, nein, da ja die Flüssigkeit beim Braten verdampft und nur die Gewürze übrig bleiben.

Antwort

Nein, die Flüssigwürze muss nicht in der Speisekarte stehen. Allerdings ist hier unerheblich, ob beim Braten Wasser verdampft oder nicht. Vielmehr gibt es in der Gastronomie generell deutlich weniger Vorgaben zur Kennzeichnung als bei verpackten Lebensmitteln. Der Gastwirt muss über Allergene und bestimmte Zusatzstoffe informieren, aber keine vollständige Zutatenliste bereitstellen und auch nicht über spezielle Behandlungsverfahren informieren. Enthält die Flüssigwürzung Allergene oder Zusatzstoffe, müssen nur diese genannt werden.

Kürzlich entschied das Oberverwaltungsgericht Lüneburg, dass ein Schnitzel, dem eine flüssige Gewürzlake injiziert wurde, mit dem Zusatz „flüssig gewürzt“ gekennzeichnet werden muss. In der Begründung führt das Gericht aus, dass es dabei nicht um die zugefügten Zutaten – speziell um das zugefügte Wasser – gehe, sondern vielmehr um die besondere Behandlung bei der Flüssigwürzung, die sowohl den Geschmack als auch die Konsistenz des Fleisches verändere. Dieses Urteil bezieht sich aber auf ein verpacktes Lebensmittel.

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Letzte Änderung 
30. Januar 2020