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Salami mit mehr als 100 Prozent Fleisch

Elchsalami
© tinadefortunata - Fotolia.com

Frage

Bei einer Snack-Salami aus Truthahn- und Rindfleisch ergeben auch ohne weitere Zutaten die beiden Fleischsorten bereits mehr als 100 Prozent. Auch bei Gewichtsverlust durch Trocknung kann diese Angabe so nicht stimmen.

Antwort

Sie sprechen eine Ausnahmeregelung der Mengenkennzeichnung an, die Verbraucher häufig irritiert.

Bei einer Salami muss der Fleischanteil angegeben werden. Normalerweise erfolgt die Mengenkennzeichnung als prozentuale Angabe bezogen aufs Endprodukt.

Eine Ausnahmeregelung sieht die EU-Lebensmittelinformationsverordnung für Lebensmittel vor, denen während der Herstellung Feuchtigkeit entzogen wurde. Hier ist der bei der Herstellung eingesetzte Anteil der Zutat in Prozent bezogen auf das Endprodukt anzugeben.

Wenn es dabei – aufgrund des erfolgten Feuchtigkeitsentzugs – zu Werten von über 100 Prozent kommen würde, wird die Menge der Zutat in Gramm gekennzeichnet, die für 100 Gramm des Endproduktes verwendet wurde.

Ein Beispiel: Für die Herstellung einer Salami werden 140 Gramm Fleisch verarbeitet. Weil die Salami einen Trocknungsprozess durchläuft, sind für 100 Gramm Wurst deutlich mehr als 100 Gramm Fleisch erforderlich. Die Angabe „100 g Salami werden aus 83 g Truthahnfleisch und 57 g Rindfleisch hergestellt" erfüllt somit die Rechtsvorschrift.

Anfragen an die Verbraucherzentrale zeigen immer wieder, dass die Regelung nicht immer verstanden wird. Ungünstig ist, dass Käufer mit dieser Mengenkennzeichnung nicht mehr die prozentuale Zusammensetzung des Endproduktes erfahren und somit auch den Mengenanteil weiterer Zutaten nicht abschätzen können.

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Letzte Änderung 
19. Januar 2021