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Roggenmischbrot mit 34 Prozent Roggen

Darf ein Brot mit nur 34 Prozent Roggen „Roggenmischbrot“ heißen? Der Roggenanteil ist doch zu gering!

Roggenmischbrot
Roggenmischbrot © Patrick Daxenbichler - Fotolia.com

Frage:

In der Wochenwerbung eines Discounters wird ein Brot als Roggenmischbrot mit 34% Roggenmehl angepriesen. Ein Roggenmischbrot muss allerdings einen Roggenanteil von über 50% haben - alles darunter darf, soweit ich weiß, nicht als dieses bezeichnet werden. Für eine Rückmeldung wäre ich Ihnen dankbar.

Antwort:

Roggenbrot sollte tatsächlich mehr als 50 Prozent Roggen enthalten – bezogen auf den Mehlanteil. Dass Sie auf Broten trotzdem niedrigere Prozentangaben finden, lässt sich mit den Vorschriften zur Mengenkennzeichnung erklären.

Auf der Verpackung von Lebensmitteln muss der Anbieter den prozentualen Mengenanteil einer Zutat bezogen aufs Gesamtprodukt angeben, wenn diese Zutat – in diesem Fall Roggen – genannt oder abgebildet ist. In der Regel steht die Mengenangabe in der Zutatenliste. Sie bedeutet, dass bei der Herstellung für 100 Gramm Brot beispielsweise 34 Gramm Roggenmehl verwendet wurden.

Wie Sie richtig schreiben, ist in den Leitsätzen für Brot und Kleingebäck festgelegt, dass Roggenmischbrot mehr als 50 Prozent Roggenmehl enthalten soll. Diese Vorgabe bezieht sich auf den Mehlanteil im Brot, nicht auf das Gesamtprodukt. Da das Brot aber beispielsweise noch Wasser, Hefe, Salz enthält, kann der Anteil am gesamten Brot niedriger liegen.

Werden für 100 Gramm Brot etwa 60 Gramm Mehl verbacken, so liegt der Anteil Roggenmehl (34 Gramm) am Gesamt-Mehlanteil (60 Gramm) über 50 Prozent und erfüllt die Vorgaben der Leitsätze.

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Letzte Änderung 
22. August 2018