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Reines Urmeersalz

Wie können in „reinem Urmeersalz“ Spuren von Gluten, Sellerie, Senf und Sesam enthalten sein?

Meersalz
Meersalz © Viktor - Fotolia.com

Frage

Auf einem Urmeersalz wird mit "100% Natur, Ohne Zusätze, rein, unraffiniert, ausgesuchte Qualität" geworben. Nachdem ich das alles gelesen habe, musste ich zugreifen. So ein Salz suchte ich schon lange. Aber zu Hause angekommen, traf mich der Schlag. Ich habe drei Mal lesen müssen: "kann Spuren von Gluten, Sellerie, Senf und Sesam enthalten"? Jod und Fluor kann ich mir vorstellen, aber wie kommt Senf darein? Ich fühle mich getäuscht. Ich habe teures Geld ausgegeben für ein Salz, das ich auch für 0,19 € hätte haben können.

Antwort

Die Angabe „kann Spuren von … enthalten“ ist ein Hinweis auf mögliche Verunreinigen mit Allergenen, die Hersteller als Absicherung verwenden. Denkbar wären solche Verunreinigungen bei dem von Ihnen genannten Produkt beispielsweise, wenn in einer Produktionsstätte auf derselben Anlage neben dem Salz auch Kräutersalze, also Mischungen aus Kräutern, Gewürzen und Salz, abgefüllt werden. Grundsätzlich sollten Hersteller jedoch alle Möglichkeiten ausschöpfen, um solche Spureneinträge zu vermeiden. Nur wenn diese trotz größter Sorgfalt nicht völlig auszuschließen sind, kann der Hinweis sinnvoll sein. In ihrem Fall heißt das, dass das von Ihnen gekaufte Salz die genannten Bestandteile enthalten könnte, aber nicht muss.

Wir können Ihre Verärgerung über den Spurenhinweis bei dem Salz angesichts der sonstigen Werbeaussagen auf dem Etikett jedoch gut nachvollziehen. Auch für uns stellt sich die Frage, was die Werbeaussagen „100% Natur“, „rein“ und „ausgesuchte Qualität“ rechtfertigt. Der Hersteller sollte diese unbedingt auf der Verpackung weiter erläutern. Handelt es sich um ein herkömmlich verarbeitetes, wenn auch nicht raffiniertes, Steinsalz – denn letzten Endes ist ein Urmeersalz Steinsalz – , sollte er aus unserer Sicht mit seiner Werbung zurückhaltender sein.

Ohne weitere Erläuterungen sehen wir die Bewerbung des Produktes auch deshalb als kritisch, weil der Hersteller trotz der Betonung von „Reinheit“ Verunreinigungen mit Spuren anderer Lebensmittel nicht ausschließen kann.

Auch können die Angaben „rein“ und „unraffiniert“ ohne zusätzliche Informationen widersprüchlich wirken. Denn letztendlich handelt es bei der Raffination um einen Reinigungsprozess, der bei diesem Salz jedoch entfallen ist.

Ob die Werbung jedoch tatsächlich täuschend im rechtlichen Sinn ist, kann nur ein Gericht durch die Beurteilung der gesamten Aufmachung des Produktes entscheiden.

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Letzte Änderung 
5. Juni 2018