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Referenzmengen auf Verpackungen

Wonach richtet sich der tägliche Energie- oder Zuckerbedarf, der auf Verpackungen angegeben ist?

Frage

Auf Fertiggerichten sind häufig Nährwertangaben mit Bezug auf den täglichen Tagesbedarf zu finden. Wonach richten sich diese „Referenzmengen“? Mir ist kürzlich ein Produkt aufgefallen, das den Zuckergehalt mit 13 Prozent des täglichen Zuckerbedarfs eines Erwachsenen ausweist. Beim Nachrechnen und Vergleichen der Werte mit den WHO-Empfehlungen bin ich aber auf das Dreifache gekommen. Dürfen die Werte so stark abweichen?

Antwort

Für die Zuckerzufuhr gibt es unterschiedliche Empfehlungen. In der Nährwertkennzeichnung sind die Referenzmengen aber rechtlich vorgegeben, damit die Angaben auf Lebensmitteln einheitlich – und damit vergleichbar – sind.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät dazu, die tägliche Zuckerzufuhr auf maximal 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr zu beschränken. Bei 2000 Kilokalorien am Tag entspricht das etwa 50 Gramm. Die WHO-Empfehlung bezieht sich allerdings nur auf „freie Zucker“, für die eine nachteilige Wirkung auf die Gesundheit nachgewiesen ist. Dazu zählen Haushaltszucker, Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose), die Lebensmitteln vom Hersteller oder Koch zugesetzt werden, sowie von Natur aus in Honig, Sirup und Fruchtsäften enthaltene Zucker. Nicht mitgerechnet werden Zucker, die natürlicherweise in frischem Obst, Gemüse und Milch enthalten sind. Derzeit beraten Fachkreise darüber, ob dieser Wert noch weiter gesenkt werden sollte. 

Lebensmittelhersteller müssen bei der Nährwertkennzeichnung allerdings den Gesamtzuckergehalt aufdrucken, also alle Einfach- und Zweifachzucker (Mono- und Disaccharide), die im Lebensmittel vorkommen, egal aus welchen Quellen sie stammen. Für den so ermittelten Zuckeranteil ist EU-weit der Referenzwert von 90 Gramm pro Tag festgelegt.

Wir stimmen Ihnen zu, dass abweichende Referenzwerte und Empfehlungen, die Institutionen auf unterschiedlicher Basis festlegen, verwirrend sind.

Für die Nährwertkennzeichnung müssen Hersteller aber grundsätzlich den Referenzwert von 90 Gramm Zucker verwenden.

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Letzte Änderung 
5. September 2016