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Laktosefreier Rahmspinat

Darf er kleine Mengen Laktose enthalten?

laktosefreier Rahmspinat
© st fotograf - fotolia.com

Frage

Ein Rahmspinat wird auf der Verpackung und im Internet als „laktosefrei“ beworben. In der Zutatenliste steht jedoch „laktosereduzierte Sahne“ und „laktosereduziertes Trockenmilcherzeugnis“. Außerdem ist auf der Rückseite zu lesen „*Laktosegehalt <0,1 g/100 g“. Laktosereduziert ist aber nicht laktosefrei. Da ich selbst laktoseintolerant bin, habe ich mich auf den Aufdruck verlassen, habe das Produkt gegessen und dann ziemlich schnell mit der Laktoseintoleranz zu kämpfen gehabt.

Antwort

Die Angabe „laktosefrei“ ist bislang nicht gesetzlich geregelt.

Das häufigste Verfahren zum Abbau von Laktose (Milchzucker) in Milch und Milchprodukten ist die enzymatische Spaltung durch Laktase. Wollen Hersteller jedoch Laktase für ihre Milcherzeugnisse verwenden, benötigen sie eine Ausnahmegenehmigung vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Die Ausnahmegenehmigung erfolgt unter folgenden Bedingungen:

  • Kennzeichnung der verwendeten Laktase in der Zutatenliste
  • der Hinweis „laktosefrei“ darf nur erfolgen, wenn der Laktosegehalt unter  0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm oder 100 Milliliter Lebensmittel
  • der Laktosegehalt muss auf dem Produkt gekennzeichnet werden, beispielsweise mit „Laktosegehalt: unter 0,1 g/100 g“

Der Wert von 0,1 Gramm pro 100 Gramm oder Millilitern ergibt sich aus der für die Bestimmung des Laktosegehaltes von Milch und Milchprodukten vorgesehenen Methode. Niedrigere Laktosegehalte können mit dieser Methode nicht genau bestimmt werden.

Von einer Laktoseintoleranz Betroffene vertragen häufig sehr unterschiedliche Mengen Laktose. So hat die Mehrzahl der Personen bei einer Laktoseaufnahme von bis zu 12 Gramm pro Tag keine Beschwerden. Lebensmittel mit einem Laktosegehalt von unter 0,1 Gramm pro 100 Gramm sind daher für Personen mit Laktoseintoleranz in der Regel gut verträglich.

Sehr empfindliche Personen können jedoch auch auf geringere Mengen Laktose reagieren und sollten höchstens 1 Gramm täglich zu sich nehmen. Ihnen bleibt nur die Zutatenliste zu studieren. Milch und milchhaltige Zutaten müssen immer hervorgehoben werden, da sie zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen gehören.

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Letzte Änderung 
26. April 2016