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Kennzeichnung Kartoffeln "nach der Ernte behandelt"

Wie deutlich erkennbar muss der Hinweis „Nach der Ernte behandelt“ auf Kartoffeln sein?

Frage

Wir haben kleine Kartoffeln gekauft, um sie mit Schale zu verwenden. Ich achte dabei immer sehr darauf, unbehandelte Kartoffeln zu kaufen. Bei diesem Produkt haben mein Ehemann und ich minutenlang im Laden gesucht, ob wir eine Deklaration "nach der Ernte behandelt" entdecken. Das war nicht der Fall. Erst vor der Verwendung fiel meinem Mann auf, dass die vermeintliche Adresszeile auf dem Etikett sehr lang wirkte. Und tatsächlich findet sich dort in einer Schriftzeile, die bei den großen Buchstaben gerade mal einen Millimeter groß und in sehr schlechter Qualität gedruckt ist, der Hinweis auf die Behandlung nach der Ernte. Der Hinweis wirkt, als wäre er absichtlich versteckt worden. Er ist so gut wie nicht lesbar, obwohl Platz für eine größere Deklaration durchaus vorhanden gewesen wäre. Auch die übrigen Produktinformationen sind wesentlich größer aufgedruckt.

Antwort

Sie sind zu Recht verärgert. Die Angabe „nach der Ernte behandelt“ muss gut sichtbar und deutlich lesbar auf dem Etikett angebracht werden.

Kartoffeln dürfen noch bis Oktober 2020 nach der Ernte mit Chlorpropham behandelt werden, um das Keimen der Kartoffeln zu verhindern und so die Haltbarkeit zu verlängern. Diese Behandlung muss laut Rückstands-Höchstmengenverordnung kenntlich gemacht werden. Danach muss der Hinweis bei Fertigpackungen gut sichtbar, deutlich lesbar und unverwischbar auf der Packung oder einem damit verbundenen Etikett stehen. Auch bei lose verkauften Kartoffeln ist der Hinweis Pflicht, beispielsweise auf einem Schild neben der Ware.

Dass Sie den Hinweis lange suchen mussten, er unnötig klein erfolgte und kaum leserlich war, ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel. Sie können sich mit Ihrer Beschwerde direkt an den Händler wenden. Bleibt die Problematik bestehen, können Sie auch Ihre Lebensmittelüberwachung vor Ort informieren.

Bei Bio-Kartoffeln war und ist das Mittel übrigens nicht erlaubt.

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Letzte Änderung 
18. Dezember 2019