Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

Herkunftsangaben bei Schokolade

Müss beispielsweise bei einer „60% Peru Edelkakao“-Schokolade sowohl die Kakaomasse als auch die Kakaobutter aus dem genannten Land stammen?

Kind isst Schokolade
© yanadjan - fotolia.com

Frage

Mich interessiert, ob es lebensmittelrechtliche Vorgaben für Schokoladen gibt, die mit einem besonderen Land beworben werden z.B. "60 % Peru Edelkakao-Schokolade". Muss dann auch die zugesetzte Kakaobutter aus Peru und aus Edelkakao hergestellt sein? Vielleicht wird in den Anbauländern in Kooperativen gearbeitet, die ihre Kakaobohnen von verschiedenen Bauern beziehen und somit ist gar nicht nachvollziehbar ist, ob in einem Sack wirklich reiner Edelkakao ist. Inwiefern ist dies von Belang bei Angaben wie z.B. "Edelkakao" oder "Criollo"?

Antwort

Vermittelt die Aufmachung einer Schokolade, dass der Kakao aus einem bestimmt Land stammt und von besonderer Qualität ist, muss dies auch stimmen. Denn für alle Lebensmittel gilt: Angaben zur Herkunft oder über eine besondere Produktqualität dürfen nicht täuschend sein.

Die Angabe „Edelkakao“ verspricht eine besondere Qualität. „Edelkakao“ ist, rechtlich unverbindlich, im Internationalen Kakao-Übereinkommen zwischen Kakao produzierenden und importierenden Staaten beschrieben. Danach handelt es sich um „Kakao, der wegen seines einzigartigen Geschmacks und seiner einzigartigen Farbe geschätzt […] wird“. Derzeit sind 23 Länder, darunter Peru, als Exportländer für Edelkakao gelistet. Kakao aus anderen Ländern gilt, unabhängig von seiner tatsächlichen Qualität, nicht als Edelkakao und darf auch nicht entsprechend bezeichnet oder beworben werden.

Auch die Bezeichnungen Edel-Schokolade oder Edelkakao-Schokolade sind rechtlich nicht verbindlich geregelt. Für „Edel-Schokolade“ gibt es jedoch eine allgemeine Verkehrsauffassung nach der mindestens 40 Prozent ihres Kakaoanteils Edelkakao sein müssen. Eine Edelschokolade kann also anteilig auch Kakaomasse, darunter Kakaobutter enthalten, die nicht aus Edelkakao gewonnen wurde.

Die Bezeichnung „Edelkakao-Schokolade“ unterscheidet sich jedoch unserer Ansicht nach von „Edel-Schokolade“. Hier wird nicht die Schokolade als „edel“ und damit höherwertig beworben, sondern die Zutat „Edelkakao“ herausgestellt. Aus unserer Sicht muss daher der gesamte Kakao-Anteil von Edelkakao stammen.

Bei Ihrem Beispiel bedeutet das für uns, dass der gesamte Kakaoanteil der „Peru Edelkakao-Schokolade“ aus peruanischem Edelkakao besteht. Andernfalls könnte eine Irreführung vorliegen. Das kann aber letztlich nur ein Gericht mit Blick auf die Gesamtaufmachung entscheiden.

Dasselbe gilt für „Criollo“. Bei Criollo handelt es sich um eine spezielle Edelkakao-Sorte. Wird diese auf einer Schokolade beworben, muss unserer Ansicht nach der gesamte Kakaoanteil aus Criollo-Kakao bestehen.

Wie informativ fanden Sie diesen Beitrag? 
Durchschnitt: 3.6 (7 Stimmen)
Wir verwenden Cookies um mehrfache Bewertung zu verhidern. Mit der Abgabe der Bewertung stimmen Sie der Verwendung von Cookies ausdrücklich zu!
Letzte Änderung 
14. Februar 2019