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Gilt "vegan" für Produkte inklusive Verpackung?

Müssen bei als "vegan" beworbenen Lebensmitteln auch das Etikett und der Kleber vegan sein?

Frage

Verschiedene Getränke werden als "vegan" angepriesen. Seitens Inhaltsstoffe und Produktion trifft dies zu, aber das Etikett wird auf Glasflaschen mit Leim aufgeklebt, welcher Kasein (aus Kuhmilch) enthält. Kann man das Produkt noch als "vegan" bezeichnen?

Antwort

Viele Veganer möchten nicht nur bei Lebensmitteln auf tierische Inhaltsstoffe verzichten. Vielmehr vermeiden sie auch im Alltag den Konsum und die Nutzung von tierischen Produkten, beispielsweise von Leder bei Schuhen oder Gürteln. Es gibt jedoch keine rechtlichen Vorschriften für "vegane" Verpackungen von Lebensmitteln.

Die Kennzeichnung "vegan" für Lebensmittel ist gesetzlich noch nicht festgelegt. Allerdings wurde 2016 eine Definition durch die Verbraucherschutzministerkonferenz beschlossen. Diese basiert auf den Richtlinien des VEBU (Vegetarierbund Deutschland e.V.). Sie bezieht sich jedoch lediglich auf das Lebensmittel und die dafür verwendeten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe. Kriterien für die Verpackung sind nicht eingeschlossen.

Verschiedene Label kennzeichnen vegane Lebensmittel:

Das V-Label des VEBU schließt Produkte, deren Verpackung Bestandteile von tierischen Stoffen enthalten, nicht aus. Der freiwillige Verzicht auf Verpackungen mit tierischen Inhaltsstoffen wird empfohlen.

Mit dem Vegan-Label und Vegan+-Label des Vegane Gesellschaft Deutschland e.V. dürfen nur Produkte gekennzeichnet werden, deren Verpackung ebenfalls frei von tierischen Inhaltstoffen sind.

Die Vegan Society macht keine Vorgaben und Empfehlungen zur Verpackung von Lebensmitteln, die mit der Veganblume gekennzeichnet werden.

Bei den meisten als "vegan" beworbenen Lebensmitteln können Sie daher nicht sicher sein, ob der Begriff die Verpackung mit einschließt. Wenden Sie sich im Einzelfall direkt an den Hersteller, um Auskunft über die verwendeten Packmaterialien zu erhalten. 

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Letzte Änderung 
25. Juli 2017

Kommentare

Erlauben die Vorschriften der Veganer das Töten von Tieren im Rahmen der gesetzlich geregelten Vorschriften zur Schädlingsbekämpfung von Produktionsstätten? Hier sind Köderfallen für Nagetiere, Flugfallen und Pheromonfallen für Insekten usw. aufzuzählen, welche durch diese Fallen von Lebensmittelproduktionslinien ferngehalten werden müssen.


„Den“ Veganer gibt es nicht. Die Gründe für eine vegane Ernährung oder Lebensweise sind vielfältig. Entsprechend unterschiedlich sind die Kriterien, die Menschen an eine Kennzeichnung „vegan“ oder „vegetarisch“ legen.

Rechtsvorschriften zur Definition von „Vegan“ und „Vegetarisch“ gibt es bisher nicht. Entwürfe dafür und die Definitionen der Verbraucherschutzministerkonferenz beschränken sich aber auf Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe in der Herstellung von Lebensmitteln. Schädlingsbekämpfungsmittel in Produktionsstätten, aber auch im Pflanzenschutz, werden bisher genauso wenig berücksichtigt, wie die im Forenbeitrag genannten Verpackungen.


Langsam geht einem die ewige Aufdruckerei von Vegan auf den Sack! Egal welcher Hersteller es ist. Auf klarem Sprudel Vegan, kommt mir vor wie früher bei Butter aufgedruckt war, „aus frischer Sahne“, woraus sonst, das wurde dann ja auch verboten.