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Gemüsechips - alles andere als gesund?

Dürfen Gemüsechips als besonders gesund beworben werden? Sie haben ähnlich viel Salz und Fett wie Kartoffelchips.

Gemüsechips
Gemüsechips © eflstudioart - Fotolia.com

Frage:

Ich habe Gemüsechips gekauft. Die Verpackung bewirbt eine gesunde Snackalternative, enthält allerdings unwesentlich weniger Salz als herkömmliche Kartoffelchips, dafür allerdings die 35fache Menge an Zucker. Kartoffelchips 0,6 g Zucker/ 100g Chips, Gemüsechips 21g/100g Chips. Der Kaloriengehalt der beiden Chipsvarianten ist nahezu gleichwertig. Dennoch vermittelt die Verpackung, dass es sich hierbei um eine gesunde Alternative handelt.

Antwort:

Sowohl Kartoffelchips als auch Gemüsechips werden bei der Herstellung in Öl frittiert und gesalzen. Die beiden Produkte weisen daher ähnliche Nährwerte, vor allem in Bezug auf Fett und Salz, auf. Der Zucker- und Kohlenhydratgehalt hingegen hängt vor allem vom verwendeten Ausgangprodukt ab. So enthalten Kartoffeln zwar mehr Gesamt-Kohlenhydrate im Vergleich zu Gemüsearten wie Rote Bete, Karotte oder Pastinake. Die Kohlenhydrate liegen bei der Kartoffel aber fast ausschließlich als Stärke vor. Rote Bete, Pastinake und Süßkartoffeln hingegen haben weniger Stärke, dafür einen höheren Zuckeranteil (3 bis 8 Gramm pro 100 Gramm) als Kartoffeln. Beim Frittieren verliert das Gemüse an Wasser, sodass sich der Zuckeranteil – bezogen auf 100 Gramm – erhöht. So lässt sich so der höhere Zuckeranteil der Gemüsechips erklären.

Aus unserer Sicht sollten Hersteller nicht den Anschein erwecken, Gemüsechips seien gesünder als Kartoffelchips. Plakative Hinweise wie „die gesunde Snack-Alternative“ wären kritisch zu bewerten. Hier müsste der Hersteller zumindest erklären, wie er den besonderen Gesundheitswert des Produktes begründet. Denn gesundheitsbezogene Angaben sind rechtlich streng geregelt.

Mitunter können auch werbende Hinweise wie „ohne Zusatzstoffe“ oder „feinste Bio-Qualität“ den Eindruck erwecken, ein Lebensmittel sei gesünder als Vergleichsprodukte. Diese Form der werbenden Produktinformation gilt allerdings in der Regel als zulässig, sofern die Angaben zutreffend sind und keine Werbung mit Selbstverständlichkeiten darstellen.

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Letzte Änderung 
25. Januar 2019