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Füllmenge bei flüssigen und festen Lebensmitteln

Gibt es eine Definition, wann es sich um ein flüssiges Lebensmittel handelt?

Frage

Ich habe eine Frage bezüglich der Füllmenge. Laut Gesetz muss die Füllmenge für flüssige Lebensmittel in Milliliter oder Liter angegeben werden. Gibt es eine Liste beziehungsweise Definition was unter "flüssig" zu verstehen ist? Gilt das für Suppen und Saucen gleichermaßen wie für Eintopf oder trifft der Hersteller die Definition selbst?

Antwort

Es gibt keine rechtliche Definition für „flüssige Lebensmittel“. Für manche Grenzfälle gibt es nationale Vorschriften, bei anderen Lebensmitteln ist die allgemeine Verkehrsauffassung entscheidend.

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) schreibt vor, dass bei flüssigen Erzeugnissen die Füllmenge in den Volumeneinheiten Liter, Zentiliter oder Milliliter angegeben werden muss. Was genau unter „flüssigen Erzeugnissen“ zu verstehen ist, erklärt sie nicht.

Gleichzeitig lässt die LMIV nationale Vorschriften zu. So regelt die deutsche Fertigpackungsverordnung die Füllmengenangabe für einige Erzeugnisse.

Nach Gewicht angegeben werden müssen danach unter anderem:

  • Honig und als Brotaufstrich verwendete Sirupe
  • Milcherzeugnisse wie Joghurt oder Quark
  • Essigessenz

Nach Volumen werden dagegen gekennzeichnet:

  • Feinkostsoßen und Senf
  • Speiseeis

Für alle weiteren Lebensmittel gibt es keine rechtlichen Regelungen. Hier muss der Hersteller anhand der allgemeinen Verkehrsauffassung eine angemessene Füllmengenangabe wählen. Beispielsweise enthält eine Nudelsuppe zwar feste Bestandteile, jedoch ist die flüssige Beschaffenheit charakteristisch und damit ausschlaggebend für die Füllmengenangabe als Volumen. Bei Fisch in Soße dagegen ist der Fisch als wertgebender Bestandteil entscheidend dafür, die Menge in Gramm anzugeben.

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Letzte Änderung 
12. April 2019