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Darf Dattelmus als Produkt „ohne Zuckerzusatz“ gekennzeichnet werden?

Es enthält circa 60 Prozent Fruchtzucker.

Frage

Sehr geehrte Damen und Herren, ich wüsste gerne, ob ein Produkt, das Dattelmus (ca. 60 % Fruchtzucker) enthält, als Produkt "ohne Zuckerzusatz" gekennzeichnet werden darf.

Antwort

Dattelmus darf den Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ tragen, wenn es nicht mit Zucker (oder ähnlichen Zutaten) gesüßt wurde. Fruchteigener Zucker aus der Dattel darf trotzdem enthalten sein – auch in einer Menge von 60 Prozent.  

Hier die rechtlichen Regelungen dazu:

Der Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ gilt als nährwertbezogene Angabe und darf nur unter bestimmten Voraussetzungen aufgedruckt werden. Laut der EU-Health-Claims-Verordnung ist die Angabe nur zulässig, wenn das Produkt keine zugesetzten Zuckerarten – Mono- oder Disaccharide – oder irgendein anderes wegen seiner süßenden Wirkung verwendetes Lebensmittel enthält. Wäre dem Dattelmus beispielsweise Zucker, Agavendicksaft, Fruchtsüße aus anderen Früchten oder Honig zugesetzt, dann dürfte es den Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ nicht tragen.

Wenn ein Lebensmittel „ohne Zuckerzusatz“ – wie das Dattelmus – von Natur aus Fruchtzucker enthält, sollte das Etikett zusätzlich den Hinweis tragen „enthält von Natur aus Zucker“. Leider heißt es in der Verordnung explizit „sollte“. Der Hinweis ist also rechtlich nicht verpflichtend.

Aus unserer Sicht ist der Hinweis aber für Verbraucher sehr wichtig. Die Angabe auf dem Dattelmus sollte lauten: „Ohne Zuckerzusatz – enthält von Natur aus Zucker“.

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Letzte Änderung 
10. November 2016

Kommentare

Aber die Frage war doch, ob ein Produkt, dass Dattelmus enthält, so beworben werden darf. Es geht doch nicht um Dattelmus selbst.


Ob Dattelmus als Zutat in einem Lebensmittel enthalten sein darf, das die Angabe „ohne Zuckerzusatz“ trägt, lässt sich leider nicht pauschal beantworten.

In der Health-Claims-Verordnung heißt es wörtlich: „Die Angabe […] nur zulässig, wenn das Produkt keine zugesetzten Mono- oder Disaccharide oder irgendein anderes wegen seiner süßenden Wirkung verwendetes Lebensmittel enthält.“

Ein zuckerhaltiges Lebensmittel wie Fruchtmus kann als Zutat zum Süßen dienen, es kann aber auch beispielsweise aus anderen geschmacklichen Gründen verwendet worden sein. Entscheidend ist, welche Zweckbestimmung überwiegt.

Bei zuckerhaltigen Zutaten mit deutlichem Eigengeschmack, wie Beerenobst, wird der primäre Zweck oft der Fruchtgeschmack sein. Bei Datteln könnte aber durchaus der süßende Effekt im Vordergrund stehen, da sie vergleichsweise wenig fruchteigenes Aroma besitzen.

Hier gibt es einen Auslegungsspielraum, den Firmen leicht als „Schlupfloch“ für sich nutzen können.

Im Zweifelsfall muss ein Gericht darüber entscheiden.