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Chips mit tierischen Bestandteilen

Dürfen tierische Bestandteile drin sein, ohne dass sie in der Zutatenliste stehen?

Kartoffelchips
Kartoffelchips © marijaobradovic - Fotolia.com

Frage:

Ich habe mich kürzlich an einen Chips-Hersteller gewandt mit der Frage, warum in seinen Chips, zum Beispiel „Geschmack Ungarisch“, tierische Produkte wie Wild verwendet werden, aber diese nicht bei den Inhaltsstoffen aufgeführt werden. Antwort: "Das müssen sie nicht, da ja nicht vegan drauf steht!" Das seh‘ ich nicht so! Denn auch wenn ich nicht vegan wäre, würde ich wissen wollen, was ich esse! Die Lebensmittelindustrie macht, was Sie will mit unserer Gesundheit! Ich verlange, dass alle Inhaltsstoffe im Essen aufgelistet werden! Was kann ich als Verbraucher tun?!

Antwort:

Tatsächlich können Vegetarier und Veganer bei verarbeiteten Lebensmittel oft nicht erkennen, ob sich das Produkt für sie eignet. Insbesondere bei Zusatzstoffen und Aromen brauchen Hersteller nicht zu deklarieren, aus welchen Ausgangsstoffen sie gewonnen werden.

In der Zutatenliste müssen Hersteller alle Zutaten auflisten, die sie bei der Produktion eines Lebensmittels zusetzen. Dass Hersteller Zutaten bewusst verschweigen, ist nicht zulässig.

Leider gelten aber nicht alle Stoffe, die in ein Lebensmittel gelangen, als Zutaten:

  • Verarbeitungshilfsstoffe werden vorübergehend bei der Herstellung eines Lebensmittels eingesetzt und anschließend wieder entfernt. Unbeabsichtigte und technisch unvermeidbare Spuren können dennoch im Lebensmittel verbleiben. Sind diese Spuren im Endprodukt technologisch nicht mehr wirksam, müssen sie nicht in der Zutatenliste stehen. Ein Beispiel hierfür ist Gelatine, die beim Klären von Apfelsaft eingesetzt wird.
  • Zusatzstoffe, die über eine andere Zutat ins Lebensmittel gelangen, dort aber keine technologische Wirkung mehr ausüben, brauchen ebenfalls nicht gekennzeichnet zu werden.
  • Auch Trägerstoffe oder Lösungsmittel von Aromen, Enzymen und Zusatzstoffen müssen nicht in der Zutatenliste aufgeführt werden. Dort steht beispielsweise lediglich „Aroma“.

Nicht nur für Verbraucher, die auf Bestandteile vom Tier verzichten wollen, ist diese Regelung unbefriedigend. Anfragen an unser Portal zeigen, dass viele Konsumenten wissen wollen, welche Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe Hersteller bei der Produktion eines Lebensmittels verwenden – unabhängig von einer technologischen Wirksamkeit und einer rechtlichen Definition des Begriffs „Zusatzstoff“.

Für Vegetarier und Veganer ist aus unserer Sicht wichtig, dass die Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ endlich EU-weit einheitlich definiert werden und Anbieter diese freiwilligen Kennzeichnungen dann hoffentlich vermehrt verwenden.

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Letzte Änderung 
18. Mai 2018