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Allergenkennzeichnung bei Aprikosenkernen

Frage 

Ich habe mir soeben Ihren Artikel zur Allergenkennzeichnung durchgelesen und frage mich, ob Aprikosenkerne (sowohl bitter als auch süß) auch zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen zählen.

Antwort

Nein, Aprikosenbäume sind zwar botanisch mit Mandelbäumen verwandt und die Kerne haben Ähnlichkeit mit Mandeln, aber Aprikosenkerne zählen dennoch nicht zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen. Wenn sie als Zutat eingesetzt werden, sind sie dennoch im Zutatenverzeichnis zu finden, allerdings nicht besonders hervorgehoben. 

Aprikosenkerne dienen als Zutat für Persipan, eine marzipanähnliche Masse. Für die Herstellung werden die Samen entbittert, das heißt, von blausäurehaltigem Amygdalin befreit. Vereinzelt werden süße Aprikosenkerne auch als Alternative zu Mandeln angeboten.

Unbehandelte bittere Aprikosenkerne enthalten Amygdalin, das im Magen zu giftiger Blausäure umgewandelt wird. Erwachsene können bereits mit wenigen Aprikosenkernen eine gesundheitsgefährdende Menge an Amygdalin aufnehmen. Kinder sollten gar keine Aprikosenkerne essen.

Aprikosenkerne dürfen daher nur auf den Markt gebracht werden, wenn sie eine bestimmte Höchstmenge an Blausäure, einschließlich Blausäureglykosiden, nicht überschreiten. Nach unserer Beobachtung werden bittere Aprikosenkerne häufig als Saatgut in den Handel gebracht – und umgehen so das Lebensmittelrecht – oder mit einem Warnhinweis versehen. Ein solcher Warnhinweis entbindet Lebensmittelunternehmer aber nicht von ihrer Pflicht, sichere Lebensmittel anzubieten. Aprikosenkerne, die den Grenzwert an Blausäure überschreiten, dürfen nicht als Lebensmittel angeboten werden.

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Letzte Änderung 
10. März 2020