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Werbung für Naturgut-Produkte auf penny.de

 

Die Eigenmarke „Naturgut“ steht bei penny nicht nur für Bio-Qualität

Verbraucherbeschwerde 

Das "Natur Gut" Design wird bei Penny sowohl für Bio-Produkte als auch für konventionelle Produkte verwendet. Sowohl der Name "Natur Gut" als auch die gleiche Aufmachung (mit Ausnahme des Bio-Siegels) suggerieren, dass es sich um Bio-Produkte handelt. (Obwohl ich selber im Bio-Bereich gearbeitet habe, ist mir erst zu Hause aufgefallen, dass es sich um konventionelle Produkte handelt). Ich glaube sogar, dass Penny zunächst nur Bio-Produkte in diesem Design verkauft hat. [Anm.

der Redaktion: Diesen Sachverhalt konnten wir nicht prüfen.] Die konventionellen "Natur Gut" Produkte erfüllen auch keinerlei andere definierte Nachhaltigkeitsstandards oder ähnliches.
Herr F. aus Essen vom 14.07.2016

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Penny vertreibt Lebensmittel unter der Eigenmarke „Naturgut“. Es handelt sich dabei überwiegend um bio-zertifizierte Lebensmittel. Zudem tragen nur vergleichsweise wenig konventionell erzeugte Produkte mit regionaler Herkunft sowie für Vegetarier geeignete Produkte das „Naturgut“ Label, wobei sich das Logo selbst bei den Produktkategorien nicht unterscheidet, nur die Farbe des Hintergrunds. Verbraucher, die die Marke „Naturgut“ auf Bio-Lebensmitteln kennen, können die wenigen konventionellen Produkte leicht mit Bio-Produkten verwechseln. Penny sollte die jeweilige Produkteigenschaft unmissverständlich und deutlich darstellen.

Darum geht’s:

Mit dem Logo „Naturgut – Grün genießen mit Penny“ wirbt der Anbieter für die Eigenmarke „Naturgut“ auf penny.de. Geht man auf der Website zu „Naturgut“ auf die Ansicht „alle anzeigen“, erhält man eine Liste von Produkten, die fast alle bio-zertifiziert sind. Dazwischen finden sich vereinzelt konventionelle regionale oder vegetarische Lebensmittel.

Auf der Homepage bewirbt Penny die Produktreihe „Naturgut“ groß und auffällig mit Begriffen wie „Natürliche Produkte“, „Natürlich genießen“ sowie „Natürlich lecker“. Diese Auslobungen sind entweder in eine Abbildung integriert oder finden sich in unmittelbarer Nähe zum Naturgut-Logo. Unterhalb der Abbildungen informiert Penny neben weiteren Auslobungen wie „Das Gute der Natur“, „Genießen Sie Natur pur“, „Naturgut steht für möglichst naturbelassene Produkte“ oder „Naturgut-Produkte sind bio, veggie oder regional“. Das Logo selbst unterscheidet sich auf den unterschiedlichen Produktkategorien nicht, lediglich der Hintergrund oder ein weiteres Kennzeichnungselement.

Das ist geregelt:

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) regelt grundsätzlich, dass Informationen über Lebensmittel nicht täuschend sein dürfen, insbesondere in Bezug auf die Eigenschaften des Lebensmittels, wie beispielsweise die Erzeugung, die Herkunft oder die Zusammensetzung. Dieser Grundsatz gilt auch für die Aufmachung und Bewerbung eines Produktes.
Lebensmittel, die mit der Angabe „ökologisch“, „biologisch“ oder dem Bio-Siegel werben, müssen den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung entsprechen und mit dem EU-Bio-Siegel, sowie der Angabe der Öko-Kontrollstelle versehen sein.
Für die Begriffe „regional“ und „vegetarisch“ oder „vegan“ gibt es derzeit keine rechtsverbindliche Definition. Dennoch gilt auch hier das Verbot der Täuschung.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Aus unserer Sicht ist es nachvollziehbar, dass Produkte mit dem Naturgut-Logo den Eindruck erwecken, es handele sich um Bioware. Immerhin sind von 74 online beworbenen Produkten 68 in Bio-Qualität (Stand: 26.08.2016). Das erklärt, dass das Label „Naturgut“ in erster Linie mit „Bio“ in Verbindung gebracht wird. Die eigentlich wichtige Information, ob es sich um ein regionales, biologisches oder vegetarisches Produkt handelt – umgesetzt durch unterschiedlich farbige Banderolen – erfolgt zu unauffällig. Zumal die Mehrheit der Produkte das Bio-Siegel mit grüner Banderole trägt.
Auch die seit über 20 Jahren verwendeten, ähnlich klingenden Namen „Naturkind“ (Bioeigenmarke von Kaiser's Tengelmann) oder „Naturland“(Verband für ökologischen Landbau) stehen für Bioware und sind den Verbrauchern bekannt.

Fazit:

Verbraucher sollten auf den ersten Blick erkennen können, ob ein Produkt aus der Region stammt, vegetarisch, vegan oder bio-zertifiziert ist. Das Logo sollte sich bei den Produktkategorien deutlich unterscheiden.

Stellungnahme der REWE Finanz eG, Köln

Auf die Bitte um Stellungnahme der Verbraucherzentrale vom 25.01.2017 liegt bisher keine Antwort vor.

Stand 
2. Mai 2017