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Naturata Special, Beispiel Sorte PUR

 

Für vegane Ernährung beworben, aber Warnhinweis auf Spuren von Milch auf der Rückseite

Verbraucherbeschwerde 

Vegane Schokolade mit Spuren von Milch (und Mandeln), das geht doch nicht.
Frau B. aus Bad Enddorf vom 04.10.2014

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Menschen, die sich vegan ernähren, meiden sowohl alle Bestandteile von lebenden als auch von toten Tieren. Verbraucher können daher bei Lebensmitteln mit einem Hinweis “vegan” davon ausgehen, dass keinerlei tierische Bestandteile darin vorkommen. Wenn der Hersteller eine Kontamination mit unbeabsichtigten Spuren tierischer Bestandteile durch den Produktionsprozess nicht sicher ausschließen kann, sollten Verbraucher einen Hinweis darauf in unmittelbarer Nähe zum Werbehinweis „vegan“ finden. Anderenfalls sollte der Anbieter das Produkt nicht als "vegan" bewerben.

Darum geht´s:

Die Auslobung „vegan“ auf der Schauseite weist klar auf ein Lebensmittel ohne tierische Bestandteile hin. Verbraucher, die zur Sicherheit die Zutatenliste überprüfen, finden dort ausschließlich für eine vegane Ernährung geeignete Lebensmittel. Erst auf der Rückseite unterhalb der Zutatenliste findet sich ein Hinweis auf eine mögliche Kontamination mit Spuren von Milch, der im Widerspruch zur Angabe „vegan“ auf der Schauseite steht. Verbraucher können diesen relativierenden Hinweis im Kleingedruckten leicht übersehen.

Das ist geregelt:

Laut Lebensmittelinformationsverordnung (Artikel 7 LMIV) dürfen Informationen über ein Lebensmittel nicht irreführen, insbesondere in Bezug auf seine Eigenschaften. Dazu zählt auch die Methode der Herstellung und Erzeugung.

So sieht´s die Verbraucherzentrale:

Veganer können anhand der Kennzeichnung auf der Verpackung verarbeiteter Lebensmittel in der Regel nicht eindeutig feststellen, ob diese Bestandteile vom Tier enthalten. Lösungsmittel oder Verarbeitungshilfsstoffe sind beispielsweise nicht kennzeichnungspflichtig, bei Zutaten wie Zusatzstoffen fehlen meist Angaben über ihre Herstellung oder Gewinnung, z. B. aus tierischen Bestandteilen.
Daher sind Veganer auf zusätzliche freiwillige Hinweise der Hersteller wie hier „vegan“ angewiesen. Diese Hinweise sollten verlässlich sein und nicht an anderer Stelle der Verpackung, z. B. der Rückseite durch Hinweise auf Spuren tierischer Bestandteile, relativiert werden.

Fazit:
Kann der Hersteller eine Kontamination mit unbeabsichtigten Spuren tierischer Bestandteile durch den Produktionsprozess nicht sicher ausschließen, sollten Verbraucher einen Hinweis darauf in unmittelbarer Nähe zum Werbehinweis „vegan“ finden. Nur so kann eine Irreführung der Verbraucher nach Ansicht der Verbraucherzentrale sicher vermieden werden.

Stellungnahme der Naturata AG, Marbach

Kurzfassung:
Das Produkt ist vegan, da keine tierischen Zutaten eingesetzt werden. Dies bestätigt auch die unabhängige Vegan Society. Das Produkt trägt das Vegan-Siegel. Auf der Produktionslinie werden auch andere Produkte hergestellt. Trotz gründlicher Reinigung können Spuren von Milch in andere Produkte gelangen. Die freiwillige Spuren-Angabe ist für Allergiker wichtig und dadurch auf dem Produkt notwendig.

Stellungnahme Downloads 
Stand 
28. Juli 2016