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Lammwurst

 

Häufig kein Hinweis auf Fleisch anderer Tierarten auf der Vorderseite – verbesserte Kennzeichnung bereits beschlossen!

Verbraucherbeschwerde 

Irreführende Bezeichnung des Lebensmittels. Erwartet wird eine Lammbratwurst aus 100 % Lammfleisch. Die tatsächliche Zusammensetzung wird nur im "Kleingedruckten" ersichtlich. Schlimm auch in einem Land, in dem es zur Zeit viele Menschen gibt, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen und eine sogenannte Lammbratwurst kaufen.
Frau H. aus Bamberg vom 11.11.2016

Einfach schade, dass man als Kunde nicht auf eine ehrliche Angabe des Inhaltes trifft. Es geht um die "Lammsalami", 80 Gramm Rindfleisch und nur 60 Gramm Lammfleisch stehen auf der Inhaltsangabe. Wieso heißt das Produkt nicht gleich Rindersalami mit Lammanteilen? Das wäre ehrlicher! Wie das Produkt gemischt und abgestimmt wird, soll dem Anbieter überlassen bleiben. Uns Verbrauchern geht es schlichtweg um die Bezeichnung des Artikels.
Herr H. aus Schmiechen vom 07.08.2012

Auf der Verpackung steht groß Lamm-Salami. Beim Probieren stellten wir fest, dass kaum Lammgeschmack dabei ist. Danach haben wir nochmals auf die Verpackung geschaut: Es sind nur ca. 25 % Lamm enthalten. Die Wurst besteht hauptsächlich aus Rindfleisch.
Herr G. aus Vellmar vom 20.11.2011

Die Wurst trägt die Aufschrift Lamm-Salami, enthält aber pro 100 g Salami, nur 36 g Lamm- aber 94 g RINDFLEISCH. Dies ist also eine Rindssalami mit Lammanteil und keine Lamm-Salami!!
Herr W. aus Windesheim vom 22.09.2011

Wenn ich Lammbratwurst lese, erwarte ich zu 100 % Lamm und nicht nur einen Anteil von etwas über 40 %! Die Lammbratwurst besteht in Wirklichkeit fast zur Hälfte aus Rindfleisch.
Frau O. aus NRW vom 23.07.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Dass in Lammwurst auch Rind oder andere Fleischarten verarbeitet sind, teilweise in beachtlicher Menge, erfahren Verbraucher häufig erst in der Zutatenliste. Unserer Meinung nach sollten generell bei Fleischerzeugnissen bereits auf der Vorderseite alle enthaltenen Tierarten genannt sein.

Darum geht’s:

Es gibt im Handel eine Reihe von Würsten, die Lammfleisch enthalten und in ihrer Bezeichnung auf diese und keine andere Tierart hinweisen, z. B. Lammsalami oder Lammbratwurst heißen. Erst der Zutatenliste ist zu entnehmen, dass neben Lamm auch Bestandteile anderer Tierarten in der Wurst vorkommen. Der fehlende Hinweis auf die verarbeiteten anderen Tierarten kann bei Verbrauchern den Eindruck erwecken, dass für diese Produkte ausschließlich Lammfleisch verarbeitet wurde.

Das ist geregelt:

Die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches für Fleisch und Fleischerzeugnisse definieren Fleischerzeugnisse als Produkte aus Teilen von Rind und/oder Schwein. Andere verwendete Tierarten müssen in der Verkehrsbezeichnung benannt sein, was hier durch die Bezeichnung Lammwurst geschehen ist. Lediglich, wenn im Zusammenhang mit der Tierart der Begriff „rein“ auftaucht, sind andere Fleischarten ausgeschlossen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Es wird hier davon ausgegangen, dass jeder Verbraucher weiß, dass Wurstwaren grundsätzlich aus Schweine- und Rindfleisch bestehen dürfen. Diese Auffassung teilt die Verbraucherzentrale nicht. Daher ist eine Änderung der Leitsätze wünschenswert. Bestehen Produkte aus Bestandteilen verschiedener Tierarten sollten alle verwendeten Tierarten in der Verkehrsbezeichnung auf der Schauseite stehen, zum Beispiel „Salami vom Rind und Lamm“.

Status 

Folgende Verbesserungen sind bereits beschlossen: Die Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse wurden inzwischen überarbeitet und in der aktualisierten Form im Dezember 2015 veröffentlicht. Darin ist beschrieben, dass Bezeichnungen wie „Lammsalami“ nur verwendet werden, wenn das Fleischerzeugnis ausschließlich aus der genannten Tierart hergestellt wurde.

Die oben abgebildete Wurst sollte nach den aktuellen Leitsätzen „Salami mit Lammfleisch“ oder besser noch „Salami mit 27 % Lammfleisch“ heißen.

Es wird allerdings noch einige Zeit dauern, bis die neuen Kennzeichnungen umgesetzt sind.

Die angesprochene Problematik erfordert aus Sicht der Verbraucherzentralen die Änderung oder Ergänzung der Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse. Die Verbraucherzentrale hat am 7.2.2013 einen Änderungsantrag an die Deutsche Lebensmittelbuchkommission (DLMBK) gestellt.

Stand 
16. November 2016