Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

Hinweis „Küchenfertig“

 

Keine verpflichtenden Herkunftsangaben bei Lammfleisch mit weiteren Zutaten

Verbraucherbeschwerde 

Kennzeichnung auf der Verpackung: Kennzeichnung Herkunftsbezeichnung nicht ausreichend.
Herr D. aus Hofheim vom 11.05.2016

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Insbesondere bei Fleisch gehen Verbraucher davon aus, dass sie Angaben zur Herkunft auf der Verpackung finden. Allerdings kann bereits eine geringe Salzzugabe, oft deklariert als "küchenfertig zubereitet", ausreichen, um die verpflichtenden Herkunftsangaben zu umgehen.
Der Herkunftshinweis sollte auch bei Fleisch mit weiteren Zutaten verpflichtend sein.

Darum geht’s:

Auf der Schauseite der Verpackung sind die Angaben „Lammrücken, küchenfertig portioniert, tiefgefroren“ aufgedruckt. Die Zutatenliste nennt Lammfleisch 99 Prozent und Speisesalz.
Einen Hinweis zur Herkunft des Fleisches gibt es auf der Verpackung nicht.

Das ist geregelt:

Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) sieht für bestimmte Lebensmittel eine Herkunfts- bzw. Ursprungskennzeichnung vor. Dazu zählt auch unverarbeitetes Fleisch von Schwein, Schaf, Ziege und Geflügel – frisch, gekühlt oder gefroren.
Zusätzlich gibt es spezielle Regelungen für die Herkunftskennzeichnung bei Rindfleisch.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) halten 95 Prozent der befragten deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher eine Herkunftskennzeichnung für sehr wichtig oder wichtig.

Kann der Anbieter die verpflichtende Herkunftsangabe bei Fleisch durch eine einfache Zugabe wie Salz und dem Hinweis „küchenfertig“ umgehen, ist dies für Verbraucher nicht nachvollziehbar.

Fazit:

Der Herkunftshinweis sollte auch bei Fleisch mit weiteren Zutaten verpflichtend sein.

Status 

Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Kennzeichnungsproblematik informiert.

Stand 
6. Januar 2017