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Heringssalat

 

Fischgehalt im Heringssalat entspricht zwar den Leitsätzen für Feinkostsalate, kann mit 20-25 Prozent jedoch Verbraucher enttäuschen.

Verbraucherbeschwerde 

Dieses Produkt kann wegen des geringen Fischanteils nicht mehr als 'Heringssalat' bezeichnet werden. Vergleichbare Produkte haben einen Heringsanteil von 40-50%.
Herr B. aus Schopfheim vom 15.12.2015

Das Produkt wird als Heringssalat mit roter Bete deklariert, es ist aber 5 % mehr rote Bete als mit 20 % Hering enthalten.
Herr B. aus Eichenzell vom 11.12.2014

Großer Aufdruck „Heringssalat“, Inhalt nur 23 % Hering, alles andere Gemüse und mayonnaiseartige Masse. Besser wäre die Bezeichnung „Gemüsesalat mit Hering“ (Laut Zutatenliste weiße Bete, Gurke, Sellerie, Apfel, Zwiebel u. a.). Heringsstücke sind kaum oder nur in kleinen Stückchen zu finden. Auf dem Bild auf der Vorderseite sind große Fischstücke abgebildet.Herr N. aus Berlin vom 04.12.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Die Bezeichnung „Heringssalat“ und die Abbildung vieler großer Fischstücke auf der Vorderseite der Verpackung lassen den Verbraucher vermuten, dass dieses Produkt zu einem Großteil aus Hering besteht. In den Leitsätzen für Feinkostsalate ist geregelt, dass ein Heringssalat je nach Sorte zwischen 20 und 25 Prozent Hering enthalten sollte. Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist die Fischvorgabe für Heringssalat zu gering. Die Leitsätze für Feinkostsalate sollten für Fischsalate, insbesondere wenn sie nach dem Fisch bezeichnet sind, einen einheitlichen Gehalt an Fisch von mindestens 50 Prozent vorgeben.
Verbraucherfreundlich wäre es, wenn außerdem der tatsächlich enthaltene Fischgehalt auf der Schauseite steht.

Darum geht’s:

Der Produktname und die Bezeichnung „Heringssalat“ können dem Verbraucher suggerieren, dass dieses Produkt zu einem Großteil aus Hering besteht.
Ein traditionell hergestellter Heringssalat enthält neben dem Fisch zwar noch mehrere andere Zutaten, wie rote oder weiße Bete, Apfel, Zwiebel, Gurke u.a.m. Jedoch werden diese Zutaten bei der Zubereitung im Haushalt üblicherweise zu einem kleineren Anteil verarbeitet.

Das ist geregelt:

In den Leitsätzen für Feinkostsalate ist festgelegt, dass ein Heringssalat mindestens 20 % und ein Delikatess- oder Feiner Heringssalat mindestens 25 % Hering enthalten sollte. Ein Matjessalat sollte hingegen zu mindestens 50 % aus matjesartig gesalzenen Heringsfilets und/oder Matjesfilets nordischer Art und/oder Matjesfilets bestehen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist die Fischvorgabe für Heringssalat gering. Insbesondere Verbraucher, die üblicherweise Matjessalat kaufen und die Unterscheidung zu Heringssalat nicht kennen oder wahrnehmen, können sich getäuscht fühlen.
Wenn eine bestimmte Zutat, wie in diesem Fall der Hering, durch Produktname, Bezeichnung und Abbildung hervorgehoben wird, sollte diese auch zu einem hohen Anteil im Produkt enthalten sein. Verbraucherfreundlich wäre es, wenn der tatsächliche Fischgehalt auf der Schauseite steht. Die Leitsätze für Feinkostsalate sollten für Fischsalate, insbesondere wenn sie nach dem Fisch bezeichnet sind, einen einheitlichen Gehalt an Fisch von mindestens 50 Prozent wie bei Matjessalat, vorgeben.

Status 

Die angesprochene Problematik erfordert aus Sicht der Verbraucherzentralen die Änderung oder Ergänzung der Leitsätze für Feinkostsalate Die Verbraucherzentrale hat am 7.2.2013 einen Änderungsantrag an die Deutsche Lebensmittelbuchkommission (DLMBK) gestellt.

Stand 
15. Dezember 2015