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Edeka Südwest, Beispiel Irish Cheddar herzhaft, frisch geschnitten und abgepackt

 

Unter Schutzatmosphäre verpackter Käseaufschnitt wurde nicht gerade vom Laib geschnitten und verpackt

Verbraucherbeschwerde 

Die Käsetheke wird mit frisch an der Theke geschnittenen Käsestücken bestückt. Bei einigen Sorten, heute und bereits öfter bei der Sorte Old Amsterdam, sind die Stücke irgendwo anders in einem Betrieb geschnitten und eingeschweißt verpackt worden, tragen aber den aufgedruckten Hinweis: "Frisch geschnitten".

Selbstverständlich sind alle Käsestücke irgendwann und irgendwo frisch vom Laib geschnitten worden, aber in dieser Theke liegen nahezu ausschließlich wirklich an der Theke frisch geschnittene Stücke. Mit "frisch geschnitten" ist in den Augen der Kunden eindeutig gemeint, vor kurzer Zeit und hier an der Theke aus dem Laib geschnitten. Auf eingeschweißter, gleich großer und angelieferter Ware empfinde ich diesen Aufdruck als irreführende Werbung.
Herr B. aus Berlin vom 27.04.2016

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Hinweise auf eine besondere „Frische“-Qualität bei Käsestücken oder -scheiben in einer Kühltheke zur Selbstbedienung erwecken den Eindruck, dass der Käse an der Käsetheke im Geschäft vor kurzer Zeit frisch geschnitten und verpackt wurde. Handelt es sich tatsächlich um einen andernorts verpackten, länger haltbaren Käse, können sich Verbraucher nachvollziehbar getäuscht sehen. Der Anbieter sollte auf vorverpacktem Käse keine besondere „Frische“-Qualität ausloben.

Darum geht’s:

Die Verbraucherzentrale hat zur Prüfung der Verbraucherbeschwerde bei Edeka in Frankfurt am Main Käse aus der Kühltheke gekauft. Die Packung Irish Cheddar wirbt auf der Schauseite mit den Hinweisen „frisch geschnitten und abgepackt“ sowie „Premiumqualität in der Frischepackung“. Auf der Rückseite stehen unter anderem als Adresse die E-Center Frisch GmbH in Völklingen im Saarland und der Hinweis „Unter Schutzatmosphäre verpackt“. Der Käse war beim Kauf noch etwa vier Wochen haltbar.

Das ist geregelt:

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (Artikel 7 LMIV) dürfen Informationen über Lebensmittel nicht irreführend sein, insbesondere in Bezug auf Herkunftsort und Methode der Herstellung oder Erzeugung.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Werbung „frisch geschnitten und abgepackt“ sowie „Premiumqualität in der Frischepackung“ erwecken den Eindruck, die Käsescheiben seien wie anderer Käse an der Käsetheke frisch vom Laib geschnitten und tagesfrisch verpackt worden. Jeder Schnittkäse wird nach dem Aufschneiden direkt verpackt. Dieser Herstellungsschritt rechtfertigt unseres Erachtens keinen besonderen Hinweis. Insbesondere nicht, wenn er andernorts erfolgt und der Käse dabei in einem haltbarkeitsverlängerndem Gasgemisch verpackt wird. Wirklich frisch geschnittener Käse von der Kästheke behält im Kühlschrank ohne solche Maßnahmen nur wenige Tage seine Qualität.

Fazit:

Der Anbieter sollte die Hinweise „frisch geschnitten und abgepackt“ sowie „Premiumqualität in der Frischepackung“ nicht für herkömmlich produzierten, länger haltbaren Käse in Fertigpackung verwenden oder erklären, was er unter „frisch geschnitten“ versteht.

Stellungnahme der Edeka Handelsgesellschaft Südwest mbH, Offenburg

Kurzfassung, erstellt von der Verbraucherzentrale:

Die Kennzeichnung der Produkte entspricht den gesetzlichen Vorgaben und gibt korrekt an, wo das Produkt hergestellt wurde und wie lange es haltbar ist. „Frisch geschnitten und abgepackt“ wurde das Produkt in dem Betrieb in Völklingen, so ist es auch angegeben. Mit den Angaben auf der Verpackung erhält der Kunde alle wichtigen Informationen zu dem Produkt, um eine selbstbestimmte Kaufentscheidung zu treffen.

Stand 
3. August 2016