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Alnatura frische Bio Vollmilch

 

Unklar: Weder traditionell hergestellt noch länger haltbar

Verbraucherbeschwerde 

Nirgends ist auf dieser Milch zu finden, ob sie "traditionell hergestellt" ist oder „länger haltbar“ gemacht wurde. Das gehört aber doch auf jeden Fall auf die Verpackung!
Frau K. aus Mainz vom 16.10.2015

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Der Produktname „Alnatura frische Bio Vollmilch“ lässt ebenso wie die Bezeichnung „frische Vollmilch, pasteurisiert“ offen, ob die Milch mit traditionellem Verfahren erhitzt oder hocherhitzt wurde. Damit ist es gegebenenfalls nur anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums möglich abzuschätzen wie die Milch pasteurisiert wurde. Einige Verbraucher lehnen jedoch den typischen Geschmack von länger haltbarer Milch ab. Der Hersteller sollte die Milch bereits auf der Schauseite mit dem Hinweis „traditionell hergestellt“ oder „länger haltbar“ entsprechend der Selbstverpflichtung des Milchverbands e. V. und des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels kennzeichnen. Alternativ könnte er erklären, welche Art der Pasteurisierung er verwendet hat und wie sich diese auf die Haltbarkeit auswirkt.

Darum geht’s:

Der Hersteller bietet eine frische Bio Vollmilch an, die lediglich in der Bezeichnung auf der Rückseite mit dem Hinweis „pasteurisiert“ gekennzeichnet ist. Daraus lässt sich nicht erkennen, ob es sich um ein Pasteurisierungsverfahren handelt, durch das die Milch wenige Tage haltbar ist oder ob ein Verfahren angewendet wurde, das die Haltbarkeit auf bis zu vier Wochen verlängert.

Das ist geregelt:

Seit Inkrafttreten der Konsummilch-Kennzeichnungs-Verordnung 2007 sind für erhitzte Milch nur noch die Kennzeichnungen „pasteurisiert“ und „ultrahocherhitzt“ erlaubt.
„Pasteurisiert" steht für alle Milchsorten außer H-Milch und Rohmilch, also auch für die ESL-Milch. „Ultrahocherhitzt" bezeichnet eine deutlich länger haltbare Milch, die zusätzlich mit dem Buchstaben „H“ gekennzeichnet sein muss. Sie kann ungeöffnet mehrere Monate bei Zimmertemperatur gelagert werden.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Für länger haltbare Milch wird die Milch teilweise oder vollständig auf Temperaturen von etwa 120 bis 130 °C erhitzt. Milch, die auf diese Weise haltbar gemacht wird, bezeichnet man auch als ESL-Milch. ESL ist die Abkürzung für „extended shelf life“, übersetzt: Längeres Leben im Kühlregal.

Der Nachteil ist, dass es insbesondere bei Erhitzung der gesamten Milch zu einem Kochgeschmack kommen kann. Verbraucher, die frische Milch bevorzugen, lehnen diesen Geschmack jedoch häufig ab. Deshalb haben sich 2009 das damalige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Milchindustrieverband und der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels auf eine Selbstverpflichtung zur Kennzeichnung von Milch verständigt.

Die Unternehmen können die Milchverpackungen zusätzlich entweder mit „traditionell hergestellt“ (ein paar Tage haltbar) oder mit „länger haltbar“ (ein paar Wochen haltbar) kennzeichnen.

Damit wurde erreicht, dass Verbraucher seitdem durch den jeweiligen Hinweis erkennen können, ob es sich um ESL-Milch oder um eine nur wenige Tage haltbare Milch handelt.

Fazit:

Auch Alnatura sollte seine Milch auf der Schauseite mit den Hinweisen „traditionell hergestellt“ oder „länger haltbar“ verbraucherfreundlich kennzeichnen oder alternativ erklären, welche Art der Pasteurisierung mit den Folgen für die Haltbarkeit eingesetzt wurde.

Stellungnahme der Alnatura Produktions- und Handels GmbH, Bickenbach

Kurzfassung

Die Alnatura Frischmilch ist weder gänzlich traditionell hergestellt noch länger haltbar. Sie wird mit dem nicht traditionell üblichen, schonenden Verfahren der Tiefenfiltration hergestellt. Sie ist dadurch besonders wohlschmeckend. Es handelt sich nicht um ESL-Milch.

Stellungnahme Downloads 
Stand 
21. Januar 2016