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Zu wenig Wasabi in Wasabi-Produkten

 © reshoot - fotolia.com

Auf der Vorderseite von Wasabi-Produkten wird Wasabi meist groß angepriesen. Der Japanische Meerrettich sorgt für Schärfe und grüne Farbe, weshalb die Packungen meistens auch mit japanischen Zeichen und in Grüntönen gestaltet sind.

Umso ärgerlicher ist es, dass er kaum in den damit beworbenen Lebensmitteln eingesetzt wird: Bei zehn Produkten, die die Verbraucherzentrale NRW und der WDR-Servicezeit im Februar 2016 unter die Lupe nahmen, lag der Wasabi-Anteil gerade mal bei 0,003 bis 3,5 Prozent. Den Hauptbestandteil machten weißer Meerrettich und teilweise Senfsaat oder Senfaroma aus.

Farbstoffe fürs Grün

Zusätzlich werden die Lebensmittel, vermutlich wegen des geringen Gehalts an echtem grünen Wasabi, mit Farbstoffen grün eingefärbt. Da wäre zum einen E 141: Kupferhaltige Komplexe der Chlorophylle und Chlorophylline. Das künstlich angereicherte Kupfer verbessert die Farbstabilität. Zum anderen werden E 140 (Chlorophylle und Chlorophylline) oder auch E 133 (Brilliantblau FCF) verwendet.

Unzutreffende Bezeichnungen

Eigentlich sollte bereits auf der Frontseite der Verpackung deutlich hervorgehen, woraus das Produkt besteht. Eine Bezeichnung wie "gefärbte Meerrettich-Paste mit 1 % Wasabi" würde der Realität besser entsprechen.

Bereits 2009 gab es ein Gerichtsverfahren zu einem Wasabi-Produkt ohne Wasabi: Das Landgericht München II verbot der Firma Kattus für Wasabi-Erbsen zu werben, die lediglich Wasabi-Aroma enthielten. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Wasabi als „Alibi-Zutat“

Die im Marktcheck gefundenen Minimengen sind aber nicht viel besser. Bei Lebensmittelklarheit sprechen wir von „Alibi-Zutaten“: Zutaten, die zwar im Zutatenverzeichnis zu finden sind, deren Menge aber so gering ist, dass sie den Geschmack nicht wesentlich beeinflussen können. Wenn andere Zutaten, wie im Falle der Wasabi-Produkte Senf und Meerrettich überwiegen und/oder Aromen enthalten sind, ist das ein Zeichen dafür, dass an Wasabi gespart wurde.

Verbraucherinnen und Verbraucher melden regelmäßig Lebensmittel mit Alibi-Zutaten bei Lebensmittelklarheit.

Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.: Kaum Wasabi in Wasabi-Produkten. Meldung vom 30.08.2016.

Letzte Änderung 
14. September 2016
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.