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Weihnachtsgans: Herkunft und Haltungsform meist nicht angegeben

Weihnachtsgans
© ExQuisine - Fotolia.com

In vielen Haushalten darf der Gänsebraten an den Weihnachtstagen nicht fehlen. Wer sich beim Kauf der Gans für ihre Herkunft und insbesondere über die Tierhaltungsbedingungen interessiert, bekommt aber kaum Informationen.

Etwa 80 Prozent der Weihnachtsgänse kommen nicht aus Deutschland, sondern im Wesentlichen aus Polen und Ungarn. Dort stammen die Tiere vorwiegend aus Intensivhaltung in großen Mastanlagen mit minimalem Platzangebot für die Tiere. In Deutschland werden Gänse dagegen meist im Freiland gehalten.

Ursprungsland

Das Ursprungsland ist keine Pflichtangabe auf Geflügel, wenn es aus der Europäischen Union stammt. Kommen die Tiere nicht aus der EU, dann muss das Ursprungland aber angegeben sein.

Diese Vorschrift beschränkt sich allerdings auf unverarbeitetes frisches und tiefgefrorenes Geflügel. Wenn Geflügel verarbeitet wurde, entfällt die Pflichtkennzeichnung.

Tierhaltung

Geflügelanbieter dürfen besondere Haltungsformen freiwillig kennzeichnen, wenn sie die dafür festgelegten Bedingungen erfüllen.
Zulässig sind aber ausschließlich die folgenden Angaben:

  • „extensive Bodenhaltung“
  • „Freilandhaltung“
  • „Bäuerliche Freilandhaltung“
  • „Bäuerliche Freilandhaltung – Unbegrenzter Auslauf“.

Das Platzangebot nimmt von der „extensiven Bodenhaltung“ bis zur „Bäuerlichen Freilandhaltung – Unbegrenzter Auslauf“ zu. Schon bei der "extensiven Bodenhaltung" sind mehr Platz pro Tier und eine längere Mast im Vergleich zur Intensivhaltung vorgeschrieben.

Eine besondere Fütterung darf beworben werden, wenn der Anteil der genannten Futterbestandteile festgelegte Mindestgrenzen überschreitet. Eine Angabe „gefüttert mit x% Hafer“ ist beispielsweise ab einem Haferanteil von 35 Prozent möglich.

Lieber Pute als Gans

Viele Verbraucher bevorzugen die Pute gegenüber der fetteren „Weihnachtsgans“.
Die Kennzeichnungsregelungen entsprechen denen der Gänse. Auch die Angaben zu besonderen Haltungsformen sind identisch. Dabei gelten für jede Geflügelart, auch für Enten und Hühner, spezifische Vorgaben.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund: Keine Tierqual für das Festessen. Pressemeldung vom 12.12.2013

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Nach Auffassung der Verbraucherzentrale sollten das Ursprungsland und die Angabe der Haltungsform grundsätzlich verpflichtend sein. Die freiwillige Kennzeichnung der besonderen Haltungsformen wird bisher kaum genutzt. Dadurch fehlen den Käufern häufig entscheidende Informationen.

Letzte Änderung 
23. Januar 2014
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.