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Vielfalt an Siegeln kann Verbraucher verwirren

Senioren verwirrt beim Einkauf
© WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

Bio, glutenfrei, Fairtrade oder regional: Siegel auf Lebensmitteln sollen Verbrauchern die Kaufentscheidung erleichtern. Sie sind vor allem dann transparent, wenn sie gesetzlich geregelt sind. Nicht selten wissen die Käufer allerdings nicht, für welche genauen Bedingungen ein Siegel steht.  Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität von Delaware hat mehr als 90 Verbraucherstudien zu Lebensmittelsiegeln ausgewertet und die Vor- und Nachteile für Käufer zusammengetragen.

Mehr Transparenz bei klar geregelten Siegeln

Siegel bieten Verbrauchern demnach vor allem dann Vorteile, wenn sie angemessen überwacht werden – entweder durch den Gesetzgeber oder durch unabhängige Dritte. In diesem Fall könnten die Labels die Informationslücke zwischen Produzent und Käufer schließen, so die Forscher. Konsumenten, die beispielsweise bewusst fair gehandelten Kaffee kaufen möchten, können sich durch die Siegel besser orientieren.

Der Halo-Effekt: Produkte erscheinen besser als sie sind

In vielen Fällen interpretieren Verbraucher die Siegel allerdings falsch. Gleich mehrere Studien zeigten den sogenannten „Halo-Effekt“ (von Halo = Heiligenschein): Dieser führt dazu, dass Produkte positiver wahrgenommen werden als sie in Wirklichkeit sind. So glaubte eine Reihe von Verbrauchern, dass Fairtrade-Produkte gesünder seien als nicht fair gehandelte. Andere waren der Meinung, dass Bio-Produkte generell besser schmecken als konventionelle Lebensmittel, obwohl es dafür keinen wissenschaftlichen Beleg gibt. Vor allem Verbraucher, die wenig Zeit beim Einkaufen hatten, entschieden oft nach Gefühl.

Misstrauen gegenüber Lebensmitteln wächst

Ein weiterer Effekt der Siegelflut machte den Wissenschaftler allerdings mehr Sorgen: Je mehr einzelne Lebensmittel durch Siegel aufgewertet würden, umso mehr wachse das Misstrauen gegenüber Produkten, die kein Siegel tragen, so die Forscher. Als Beispiel nennt einer der Autoren die vielen „frei-von“-Siegel, zum Beispiel „glutenfrei“. Sie könnten unnötige Ängste schüren, wenn Verbraucher glauben, dass glutenhaltige Lebensmittel für jeden bedenklich sind und nicht nur für Menschen, die an Glutenunverträglichkeit leiden.

Quelle: University of Delaware: Food labels can be mysterious. Meldung vom 19.10.2017

Letzte Änderung 
28. November 2017
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Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.