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Urteil im Aromenstreit zwischen der Stiftung Warentest und Ritter-Sport

Vollnussschokolade
© Tommaso-Lizzul - Fotolia

Um Schokolade geht es im Urteil des Landgerichts München. Denn die Stiftung Warentest bewertete die Schokolade „Voll-Nuss“ der Firma Alfred Ritter in einem Warentest mit der Note „mangelhaft“. Die Begründung dafür: Die Schokolade soll künstlich (synthetisch) hergestelltes Aroma enthalten, obwohl „natürliches Aroma“ gekennzeichnet ist. Ritter-Sport weist den Vorwurf zurück: Das Aroma sei natürlich.

Das Landgericht München gab Ritter-Sport recht. Die Stiftung Warentest darf ihre Behauptungen, dass das Aroma nicht natürlich sei und die Schokolade dadurch irreführend, nicht mehr verbreiteten.

Das Landgericht bemängelt eine wenig transparente Berichterstattung der Stiftung Warentest. Verbraucher könnten nicht nachvollziehen, wie die Stiftung zu ihrer Bewertung gelangt sei. Vielmehr würde der Anschein einer tatsächlichen Feststellung geweckt, dass kein natürliches Aroma vorläge. Von einem fairen Warentest könne nicht gesprochen werden.

Die Stiftung Warentest hatte durch einen speziellen Inhaltsstoff der Schokolade, das Piperonal, darauf geschlossen, dass kein natürliches Aroma im Sinne der EU-Aromenverordnung vorliegen kann. Piperonal sei ein synthetischer Aromastoff, der industriell gewonnen würde. Die Firma Alfred Ritter versichert aber, dass die Substanz aus natürlichen Quellen stammt, denn sie käme natürlicherweise beispielsweise in Pfeffer, Vanille und Sassafras-Öl vor.

Die für Verbraucher vermutlich interessanteste Frage wurde im Gerichtsverfahren aber nicht abschließend geklärt: Ist das Aroma in der Schokolade nun „natürlich“ oder nicht? Eine Analyse, die diese Frage eindeutig beantwortet, gab es nicht.

Möglicherweise kommt aber in Zukunft mehr Klarheit in diese Diskussion. Das Urteil ist nicht rechtskräftig und die Stiftung Warentest hat bereits angekündigt, Berufung einzulegen.

Quelle: Pressemitteilung 01/14 des Landgerichts München vom 13.01.2014

Letzte Änderung 
16. Januar 2014
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