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Tabletten statt Lebensmittelvorrat: Verbraucherzentrale Hessen warnt vor überzogener Werbung von Dr. Hittich

Ausschnitt Werbeprospekt Dr. Hittich zu Spirulina Premium
© VZ Hessen

Alle Bürger sollten stets einen Notfallvorrat an Lebensmitteln im Haus haben – diese Empfehlung hat die Bundesregierung vor kurzem erneuert. Die niederländische Firma „GP Health Products“, bekannt auch unter „Dr. Hittich Gesundheitsmittel“, nutzt dies aus, um ihr Nahrungsergänzungsmittel „Spirulina Premium“ zu bewerben. Drei Tabletten täglich sollen angeblich die 34,5 Kilogramm Lebensmittel ersetzen, die die Regierung für zehn Tage als Vorrat für Krisenfälle empfiehlt. 

Doch damit nicht genug: Das vermeintliche „Super-ÜBER-Lebensmittel“ aus Algen soll auch die Leber schützen, den Blutzuckerspiegel regulieren und die Gehirnfunktion verbessern. Die Spirulina-Tabletten dienen demnach quasi als Wundermittel und helfen laut Werbung gegen fast jedes nur denkbare Gesundheitsleiden. Doch solch eine gesundheitsbezogene Werbung ist nicht erlaubt. Die Verbraucherzentrale Hessen warnt davor, auf die illegale Masche hereinzufallen. Mit unhaltbaren und rechtlich nicht zugelassenen Gesundheitsversprechen verleite der Anbieter gutgläubige Verbraucher zum Kauf teurer, bestenfalls unnötiger Produkte.  

Die Werbung sei höchst unseriös und in vielerlei Hinsicht irreführend, so die Verbraucherzentrale. Denn selbst neun Tabletten pro Tag liefern gerade einmal einen Bruchteil der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung pro Tag empfohlenen Energie- und Nährstoffmenge. Würden Verbraucher die Empfehlung von Dr. Hittich umsetzen, wäre eine eklatante Unterversorgung mit Energie und Nährstoffen die Folge. 

Werbung, die wie in diesem Fall zahlreiche Gesundheits- und Heilversprechen macht, ist in der Regel unseriös und auch rechtlich nicht zulässig. Verbraucher sollten solcher Werbung grundsätzlich misstrauen.

Quelle: „Verbraucher für dumm verkauft: Dr. Hittich Spirulina Premium soll Lebensmittelvorrat ersetzen“, Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hessen vom 7. November 2016

Letzte Änderung 
7. November 2016
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Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.