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Speisen zum Mitnehmen: Marktcheck zeigt mangelhafte Kennzeichnung

Gruppenfoto Marktcheck "Food to go"

Bei einem Schokopudding tauchen Schokolade oder Kakao nicht im Zutatenverzeichnis auf, ein Salat weist keine Allergenkennzeichnung auf und beim „Balsamico-Dressing“ fehlt die Zutatenliste komplett: Die Kennzeichnung von frisch vor Ort hergestellten Produkten zum Mitnehmen, die zum Beispiel in Feinkostläden und bei Metzgern zur Selbstbedienung angeboten werden, lässt laut einer Marktstichprobe zu wünschen übrig.

Lebensmittelklarheit und die Verbraucherzentrale Hessen ermittelten stichprobenartig, wie es mit der Kennzeichnung in Selbstbedienungs-Kühltheken aussieht. Insgesamt wurden 24 Speisen aus den Produktgruppen Salate, Dressings und Desserts untersucht. Der nicht repräsentative „Marktcheck“ fand im September und Oktober 2017 in elf verschiedenen Läden in Frankfurt und Wiesbaden statt. 22 der 24 getesteten Produkte wiesen Kennzeichnungsfehler auf.

Seit Juli 2017 gelten für Lebensmittel, die zum unmittelbaren Verkauf vor Ort vorverpackt und zur Selbstbedienung angeboten werden, umfangreiche Kennzeichnungsvorschriften.

Für Kunden sind die Informationen wichtig, denn im Gegensatz zum Einkauf an der Bedienungstheke können sie beim Einkauf in Selbstbedienung in der Regel kein Fachpersonal fragen, um die Zutaten oder anderen Informationen zu erfahren.

Hier die Ergebnisse im Überblick:

Grafik Ergebnisse Marktcheck Food to go
  • Ein Zutatenverzeichnis wiesen 19 von 24 Produkten auf. Bei fünf Artikeln fehlte es.
  • Die Allergenkennzeichnung fehlte bei 13 Produkten. Bei einem war sie fehlerhaft, bei neun Produkten korrekt und bei einem nicht erforderlich.
  • 13-mal fehlte eine Mengenangabe bei Zutaten. Sie ist erforderlich, wenn Zutaten in Wort oder Bild beworben werden, zum Beispiel für Kirschen in einem Magerquark mit Kirschen. Bei fünf Produkten war sie vorhanden und bei sechs nicht erforderlich.
  • Ein korrektes Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder Verbrauchsdatum besaßen nur zehn Produkte. Bei weiteren zehn war es fehlerhaft und bei vier fehlte es.
  • Einen Aufbewahrungshinweis wiesen 16 Produkte auf, acht nicht.
  • Die Nettofüllmenge war bei 15 Produkten aufgeführt, bei neun nicht.
  • Die Anschrift des verantwortlichen Unternehmers fehlte fünfmal. 14-mal war diese fehlerhaft. Oft trugen die Produkte nur das Logo mit dem Namen des Unternehmens. Bei fünf Produkten war die Anschrift korrekt aufgeführt.
  • In den überregional agierenden Unternehmen entstanden im Durchschnitt halb so viele Fehler wie in regionalen Betrieben.
  • Ein Unternehmen kennzeichnete die Produkte an verschiedenen Tagen unterschiedlich.
Zutatenkennzeichnung Wildkräutersalat

Pflichtangaben fehlen, sind unvollständig oder falsch: Einige Beispiele

Viele Fehler tauchten beim Zutatenverzeichnis auf: So fehlten beispielsweise offensichtlich vorhandene Zutaten im Verzeichnis. Ein „Wildkräutersalat“, enthielt laut Zutatenverzeichnis beispielsweise nur Tomaten, Radieschen und Dressing, aber keine Wildkräuter.

Balsamico Dressing

Hier fehlt das Zutatenverzeichnis komplett. 

Zutatenkennzeichnung Schokopudding

Auch die Allergenkennzeichnung – eine Hervorhebung der wichtigsten Allergene im Zutatenverzeichnis – ließ überwiegend zu wünschen übrig. Bei einem Schokopudding sind die Allergene „Milch“ und „Sahne“ nicht hervorgehoben. Zusätzlich fehlte die in der Bezeichnung genannte Schokolade im Zutatenverzeichnis.

fehlendes Mindesthaltbarkeitsdatum auf Salatdressing

Zwölf Produkte besaßen kein korrektes Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum, bei vier weiteren Produkten fehlte es. Hinweise wie „Bitte gekühlt halten und selbst immer cool bleiben. Frisch am Kauftag genießen…“ können Käufer zum Schmunzeln bringen, reichen als Information über die Haltbarkeit allerdings nicht aus.

Markierter Wochentag statt Mindesthaltbarkeitsdatum auf Salat

Statt ein genaues Datum zu nennen, ist hier ein Wochentag markiert. 

Bessere Kennzeichnung gefordert

Pflichtangaben auf Lebensmitteln müssen vorhanden und korrekt sein. „Food to go“ darf hier keine Ausnahme machen. Insbesondere bei fehlender oder falscher Allergenkennzeichnung besteht ein gesundheitliches Risiko für Allergiker. Lebensmittelklarheit fordert Anbieter von Speisen in Selbstbedienung auf, verstärkt auf die korrekte Umsetzung der Kennzeichnungsvorschriften zu achten.

Die Lebensmittelüberwachung sollte diese Geschäftskategorien speziell unter die Lupe nehmen und Verstöße gegen die neuen Vorschriften zur Kennzeichnung von Lebensmitteln ahnden.

Letzte Änderung 
10. Januar 2018
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.