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Sechs Jahre Lebensmittelklarheit: Bei der Kennzeichnung liegt noch einiges im Argen

Luftballons zum Geburtstag von Lebensmittelklarheit
© jakkapan - fotolia.com

Ein Guacamole-Dip mit nur einem Hauch Avocado oder eine Kräutermischung, die hauptsächlich Salz enthält – wenn es darum geht, Lebensmittel in ein gutes Licht zu rücken, sind Hersteller erfinderisch. Viele Verbraucher ärgern sich über Fehlkäufe aufgrund der Kennzeichnung oder Aufmachung eines Lebensmittels und melden ein Produkt an Lebensmittelklarheit. Seit dem Start des Verbraucherportals vor sechs Jahren gingen mehr als 10.000 Beschwerden ein. Knapp 950 Produkte stehen derzeit online, 61 Prozent davon in der Rubrik „Getäuscht?“.

Etwas schöner als in Wirklichkeit…

Seit Beginn des Portals entfällt ein großer Teil der Beschwerden auf überzogene Produktaufmachungen: Auf der Vorderseite eines Lebensmittels prangt eine Abbildung von Zutaten, die nur in geringen Anteilen oder überhaupt nicht enthalten sind. So druckte ein Hersteller beispielsweise Pfirsiche und Melonen auf ein Getränk mit „Pfirsich-Melonen-Geschmack“ – tatsächlich waren aber nur jeweils 0,3 Prozent der Früchte enthalten. Auch Trüffelbutter fast ohne Trüffel oder ein Guacamole-Dip mit nur einem Hauch Avocado landeten im Beschwerde-Postfach. 

Hersteller reagieren auf Kritik

Ein Marktcheck zu „Getäuscht?“-Produkten aus 2014, durchgeführt im Frühjahr 2016 zeigte, dass knapp die Hälfte der im „Getäuscht?“-Bereich des Portals eingestellten Produkte nach zwei Jahren ein verbraucherfreundlicheres Etikett trug. Erfährt Lebensmittelklarheit von der Änderung, prüft es, ob die Verbesserung deutlich ist. Ist das der Fall, wird das Produkt in den „Geändert“-Bereich des Portals verschoben.

So arbeitet Lebensmittelklarheit.de

Das Internetportal hat zum Ziel, Verbraucherinnen und Verbrauchern, die sich durch die Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln getäuscht sehen, allgemeine Informationen zu den Vorschriften zur Kennzeichnung zu geben, Beschwerden und Fragen zu konkreten Produkten zu bearbeiten und Raum für Diskussionen zu bieten.

Lebensmittelklarheit prüft alle eingehenden Produktmeldungen. Ein Fall für Lebensmittelklarheit.de sind solche Produktmeldungen, die den „rechtlichen Graubereich“ betreffen: Ein Produkt ist auf den ersten Blick nach geltendem Recht korrekt gekennzeichnet, aber dennoch missverstehen Verbraucher die Kennzeichnung oder Aufmachung oder sehen sich sogar getäuscht. Lebensmittelklarheit hat hier die Aufgabe, Kennzeichnungen aus dem rechtlichen Graubereich zwischen klarem Verstoß und eindeutig zulässiger Praxis zu unterscheiden. Dafür arbeiten auf Lebensmittelrecht spezialisierte Juristinnen bei dem Portal.

Nicht alle Beschwerden sind also für das Portal geeignet. Auf der anderen Seite gibt es zu manchen Produkten sogar mehrfach geeignete Beschwerden. Ist die Kritik des Verbrauchers für Lebensmittelklarheit nachvollziehbar, wird der Hersteller um eine Stellungnahme gebeten. Lebensmittelklarheit verfasst eine eigene Stellungnahme, in der die Online-Redaktion erläutert, warum sie die Beschwerde des Verbrauchers nachvollziehen kann.

Neben der Möglichkeit, sich über konkrete Produkte zu beschweren, können Verbraucher auch Fragen zur Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln stellen und an unseren Umfragen teilnehmen. Sowohl Fragen als auch Produktmeldungen an Lebensmittelklarheit liefern wertvolle Hinweise, wo Missstände und Unklarheiten bei der Kennzeichnung und Aufmachung der Lebensmittel liegen. Lebensmittelklarheit bündelt diese Informationen und leitet sie an die entsprechenden Stellen weiter. Jede Frage oder Beschwerde eines Verbrauchers trägt also zu einer besseren Kennzeichnung bei.

 

Letzte Änderung 
20. Juli 2017
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.

Kommentare

Vielen Dank für die wertvolle Arbeit der Aufklärung. Trotz der noch reichlich vorhandenen "Unklarheiten" im Lebensmittelsektor konnten schon einige respektable Ergebnisse erzielt werden. Es gibt aber noch einiges zu tun, wie das Beispiel gesüßte Lebensmittel aktuell zeigt. Bleiben sie bitte deshalb weiter aktiv.