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Pferdefleischskandal erreicht Deutschland

Pferdehufe © Peter Smola / PIXELIO

Fertigprodukte mit Pferdefleisch sollen auch nach Deutschland geliefert worden sein, teilt das Bundesverbraucherschutzministerium mit. Es handelt sich um verarbeitete Lasagne, die an mindestens einen Händler in Nordrhein-Westfalen ging.

Zunächst fielen Fertigprodukte wie Tiefkühl-Hamburger und Fertig-Lasagne,  die Pferdefleisch anstelle des deklarierten Rindfleischs enthalten, in Großbritannien, Frankreich und Schweden auf.

Mittlerweile sind derlei Produkte aber auch in deutschen Geschäften aufgetaucht.Betroffene Supermärkte und Discounter haben zwischenzeitlich eine Reihe von Fertiggerichten vom Markt genommen.

Eine Liste der betroffenen Produkte und aktuelle Informationen finden Sie bei den Verbraucherzentralen (Link s. Randspalte).

Der Verkauf von Pferdefleisch ist in Deutschland zwar erlaubt. Produkte müssen aber korrekt gekennzeichnet sein. In der normalen Fleischerei und im Supermarkt findet man praktisch keine Pferdefleischprodukte, da viele Verbraucher Pferdefleisch ablehnen.

Bei Produkten mit nicht gekennzeichnetem Pferdefleisch handelt sich daher um massive Verbrauchertäuschung. Eine Gesundheitsgefahr besteht allerdings nicht.

Der Skandal zeigt auf drastische Weise, wie unverzichtbar eine korrekte Tierarten-Kennzeichnung ist. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale gehört sie auf die Vorderseite von verpacktem frischem Fleisch und Fleischerzeugnissen, aber auch auf verarbeitete fleischhaltige Produkte. Zusätzlich sollte die Herkunft des Fleisches, die bisher nur bei unverarbeitetem Rindfleisch kennzeichnungspflichtig ist, auch für Fleisch anderer Tierarten, Wurst und Fertiggerichte vorgeschrieben sein.

Eine bessere Kennzeichnung allein genügt allerdings im Hinblick auf den derzeitigen Fleischskandal kaum aus. Illegale Umetikettierungen lassen sich nur vermeiden, indem Betrügereien unverzüglich erkannt werden. Daher müssen die länderübergreifenden unabhängigen Kontrollen von Herkunftsangaben und Rückverfolgungssystemen viel stärker als bisher ausgebaut werden. 

Die Lebensmittelüberwachung ist aktuell gefordert, gezielt Proben zu nehmen, allen Hinweisen nachzugehen und fragliche Produkte umgehend aus dem Handel zu nehmen.

(13.02.2013)

Letzte Änderung: 
13. Februar 2013