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Marktcheck zeigt: In Wild- und Geflügelpasteten steckt viel Schwein

Pasteten aus dem Marktcheck

Wer explizit Gans-, Ente- oder Wildpastete kauft, erwartet vermutlich in erster Linie diese Tierart in dem Fleischerzeugnis. Tatsächlich ist in den Pasteten häufig der Anteil vom Schwein höher als der der beworbenen Tierart. An der Bezeichnung ist das oftmals nicht erkennbar – es heiß schlicht „Gänsepastete“ oder „Wildpaté“. Vom Schwein erfährt der Kunde erst beim Studieren der Zutatenliste.

Neue Tierartenkennzeichnung der Leitsätze

Dabei sollte die Tierartenkennzeichnung eigentlich besser werden. Die aktualisierten Leitsätze vom 23. Dezember 2015 sehen mehr Klarheit vor. Wenn Schwein enthalten ist, soll es beispielsweise heißen: „Gänsepastete mit Schweinefleisch“ oder umgekehrt „Paté mit Gänsefleisch“. Noch klarer wird es mit Prozentangabe: „Pastete mit 15 % Gänsefleisch“. Leitsätze sind aber nicht rechtsverbindlich wie eine Verordnung. Bei Gerichtsverhandlungen sind sie trotzdem oft ausschlaggebend.

Marktcheck von Lebensmittelklarheit

Wie es mit der Umsetzung dieser neuen Vorgaben zur Tierartenkennzeichnung steht, wollte Lebensmittelklarheit genauer wissen, und hat in einer Marktstichprobe bei 22 Pasteten von 11 Herstellern die Produktbezeichnung und den Tierartenanteil überprüft. Dabei wurde jeweils eine Gänse- oder Entenpastete und eine Wildpastete oder – falls nicht im Angebot – eine Kaninchenpastete gewählt. Der Marktcheck fand vom 22. November bis zum 1. Dezember 2016 statt.

Positiv wurde bewertet, wenn mehr von der beworbenen Tierart – also Ente, Gans oder Wild – enthalten war als andere Tierarten wie Schwein.

Die Kennzeichnung galt als positiv bei einer klaren Tierartenbezeichnung gemäß den neuen Leitsätzen, zum Beispiel „Gänsepaté mit Schweinefleisch“. Als besonders verbraucherfreundlich wurde die Nennung konkreter Prozentanteile auf der Schauseite gewertet, zum Beispiel „Pastete mit 15 % Rehfleisch“.

Hier die Ergebnisse:

  • In 18 der 22 Erzeugnisse ist überwiegend eine andere Tierart als die beworbenen Gänse, Enten und Wildtierarten enthalten – meist Schwein.
  • Bei 15 Produkten entspricht die Kennzeichnung nicht den aktuellen Leitsätzen. Aus der Bezeichnung ist nicht erkennbar, dass Schwein oder andere Tierarten verarbeitet wurden. Sie lautet beispielsweise „Reh-Pastete“.
  • Auf 6 Pasteten heißt es entsprechend den neuen Leitsätzen zum Beispiel „Leberpastete mit Entenleber“ oder „Leberpastete mit Gänsefleisch“.
  • Ein Hersteller kennzeichnet eins seiner Produkte im Marktcheck besonders verbraucherfreundlich, indem schon auf der Schauseite die Tierartenanteile stehen: „Leber-Paté mit 20 % Gänsefleisch und 15 % Gänseleber“.
  • Der Kaufpreis der Pasteten lag zwischen 1,61 und 4,79 Euro pro 100 Gramm. Das am besten bewertete Produkt gehörte gleichzeitig zu den Preiswertesten im Marktcheck.

Die Ergebnisse des Marktchecks sind ernüchternd. Sie zeigen jedoch an einem Beispiel, dass es geht: sowohl ein hoher Anteil der besonderen Tierart als auch eine klare Kennzeichnung auf der Schauseite.

Lebensmittelklarheit fordert die Fleischwarenbranche auf, sich an dem positiven Beispiel zu orientieren und die neue Tierartenkennzeichnung der Leitsätze endlich umzusetzen.

Letzte Änderung 
19. Dezember 2016
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.