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Marktcheck zeigt: Avocadoanteil in „Guacamole“ variiert extrem

Gruppenbild Marktcheck Guacamole

Unter „Guacamole“ wird in der Regel eine Soße aus zerkleinerten Avocados verstanden. Kauft man die Soße fertig im Glas, kann der Anteil an Avocado aber verschwindend gering sein. Das zeigt ein Marktcheck von Lebensmittelklarheit.

Verbraucherbeschwerden zu geringen Avocado-Mengen

Mehrfach beschwerten sich Verbraucher in den letzten Jahren bei Lebensmittelklarheit über „Guacamole“ unterschiedlicher Anbieter, weil die Soßen deutlich weniger Avocado enthielten als angenommen. Die falschen Erwartungen wurden hauptsächlich durch den Namen „Guacamole“, die Abbildung von Avocado und die grüne Färbung der Produkte erweckt.

Im Allgemeinen wird unter Guacamole eine Avocadosoße verstanden, die neben pürierten oder gewürfelten Avocados und Limonensaft häufig noch Zutaten wie Zwiebeln, Koriander, Tomaten Chilis und Knoblauch enthält.

Entsprechend können Verbraucher annehmen, dass der Hauptbestandteil von Guacamole Avocado ist.

Es gibt allerdings weder im Lebensmittelrecht noch in den Leitsätzen der Deutschen Lebensmittelbuchkommission Vorgaben zur Zusammensetzung von Guacamole. Diese kann daher deutlich von einer Avocadosoße abweichen.

Marktcheck von Lebensmittelklarheit

Lebensmittelklarheit führte hierzu eine Marktstichprobe in insgesamt elf Online-Shops, Bio- und konventionellen Supermärkten durch. Sie umfasste insgesamt 13 als „Guacamole“ bezeichnete Lebensmittel verschiedener Hersteller. Ausgewertet wurden die Namen, die Bezeichnungen, eventuelle Abbildungen von Avocado auf der Vorderseite, den enthaltene Avocado-Anteil und die Preise.

Hier die Ergebnisse:

  •  Der Anteil an Avocado war extrem unterschiedlich. Er lag zwischen 1,5 und 95,5 Prozent:
  • Sechs Produkte enthielten 84 bis 95,5 Prozent Avocado.
  • Fünf Produkte bestanden zu neun bis 14 Prozent aus Avocado.
  • Ein Produkt hat einen Avocado-Anteil von 1,5 Prozent.
  • In einem weiteren Produkt war Avocado nur in Form von Extrakt enthalten dessen Menge nicht deklariert war.
  • Es kristallisierten sich somit zwei Gruppen von Produkten heraus: Solche mit „viel Avocado“, deren Gehalt über 80 Prozent liegt und Produkte mit „wenig Avocado“, die unter 15 Prozent Avocado enthielten. Statt Avocado bestanden letztere hauptsächlich beispielsweise aus Wasser, Sahne, Joghurt oder Öl. Die grüne Farbe wurde hierbei durch Farbstoffe wie Kupferchlorophyll erzeugt.
  • Alle als „Creme“, „Püree“ oder „Mus“ bezeichneten Produkte enthielten einen hohen Avocado-Anteil.
  • Die Bezeichnung „Guacamole-Dip“ stand häufig auf Produkten mit geringem Avocado-Anteil.
  • Abbildungen von Avocado waren auf allen Produkten mit hohem Avocado-Anteil zu finden, aber nur auf zwei Produkten, die wenig Avocado enthielten.
  • Alle Produkte mit hohem Avocado-Anteil standen im Kühlregal. Sämtliche Produkte mit geringem Avocado-Anteil waren länger haltbar und daher im normalen Supermarktregal zu finden.
  • Der Grundpreis lag zwischen 0,33 und 2,66 Euro pro 100 Gramm und war im Durchschnitt bei Produkten mit hohem Avocado-Anteil höher als bei solchen mit wenig Avocado.

Der Einkauf für die Marktstichprobe fand vom 05.10.2017 bis 12.10.2017 statt. Die ermittelten Daten sind nicht repräsentativ.

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Unter der Bezeichnung „Guacamole“ sind Lebensmittel mit unterschiedlicher Zusammensetzung im Handel. Viele enthalten Avocado nicht als Hauptzutat. Es lohnt sich, vor dem Einkauf das Zutatenverzeichnis zu lesen.

Verbraucher, die Wert auf einen hohen Avocado-Anteil legen, sollten Guacamole im Kühlregal suchen. Die Angaben „Creme“, „Püree“ oder „Mus“ deuten ebenfalls auf einen hohen Avocado-Anteil hin, während „Guacamole-Dip“ ein Hinweis auf eine geringe Menge an Avocado sein kann. Die Bezeichnung gibt jedoch häufig keinen klaren Hinweis auf die Zusammensetzung.

Aus Sicht von Lebensmittelklarheit.de sollte die Bezeichnung „Guacamole“ Lebensmitteln vorbehalten sein, die überwiegend aus Avocado bestehen. Andere Soßen und Dips sollten klar davon zu unterscheiden sein: Dort sollte keine Avocado auf der Schauseite abgebildet sein. Außerdem sollten die Produkte nicht durch zugesetzte Farbstoffe eingefärbt werden. Eine prozentuale Angabe der beworbenen Zutat auf der Schauseite – in diesem Fall Avocado – kann das Täuschungspotenzial reduzieren, besonders wenn deren Anteil im Produkt gering ist. Das zeigt die repräsentative Verbraucherstudie von Lebensmittelklarheit aus 2017.

Letzte Änderung 
23. November 2017
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.